Die Hitze hat Deutschland im Griff

Hoch "Annelie" beschert Deutschland auch heute Hitze aus der Sahara. Auf Autobahnen droht Gefahr: Wenn sich die Fahrbahn zu sehr aufheizt, platzt der Beton auf.

Wenn die Sonne zu stark brennt, kann es auf der Autobahn gefährlich werden.
Rene Priebe Wenn die Sonne zu stark brennt, kann es auf der Autobahn gefährlich werden.

"Im Süden wird man davon kaum etwas merken - und auch im Osten zieht es an", sagte ein Meteorologe am frühen Morgen. Wegen der Hitze lässt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) verstärkt Autobahnen überwachen. Er habe einen Aktionsplan gegen Hitzeschäden auf den Autobahnen aufgelegt, sagte er. Spezielle Messfahrzeuge würden untersuchen, wo die Gefahr für Blow-ups - aufgeplatzte Straßenabschnitte - am höchsten sei. "Alle Schäden werden umgehend repariert", sagte Dobrindt. An besonders gefährdeten Abschnitten wie der A3 bei Regensburg oder Teile der A92 und A93 seien bereits Tempolimits verhängt worden.

Für Samstag erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) einen neuen Schwall warmer Luft, die Temperaturen gehen wieder nach oben. Bundesweit gesehen könnte die Höchstmarke von 40,2 Grad am Samstag nach DWD-Einschätzung fallen. "Aber es wird knapp", sagte der DWD-Experte. Innenstädte am Oberrhein von Freiburg und Karlsruhe seien die üblichen Kandidaten.

Viele Badeunfälle wegen der Hitze

Die Wärme lockt ans Wasser: Bei Badeunfällen kamen allein in NRW am Donnerstag drei Menschen ums Leben. In einem See in Hennef ertrank ein 18-Jähriger. In einem Schwimmbad in Nettetal starb ein ebenfalls 18-Jähriger. In Emmerich wurde ein 29-Jähriger aus einem Baggersee tot geborgen. In einem Bonner Freibad rettete am Donnerstag ein Bademeister einem Jungen das Leben. Der Mitarbeiter hatte den Sechsjährigen leblos im Nichtschwimmerbereich treiben sehen und sofort aus dem Wasser geholt, teilte die Stadt Bonn mit. Eine 54-Jährige war in Baden-Württemberg am Dienstagabend nach einem nächtlichen Bad im Rhein bei Bad Bellingen vor dem Ertrinken gerettet worden.

Abkühlung suchen viele Menschen bei der Hitze aber auch im Meer. Die DLRG warnt an einigen Orten vor gefährlichen Unterströmungen. An einigen Stränden der Lübecker Bucht etwa sei besondere Vorsicht geboten. Wegen hoher Wellen und starker Strömung wurden an Stränden von Burg auf Fehmarn und Großenbrode am Donnerstag die gelben Flaggen gehisst.