Sommer startet kühl und durchwachsen

Pullover statt Sonnencreme: Der Sommer startet in diesem Jahr voraussichtlich kühl und durchwachsen. Vereinzelt gibt es Gewitter und Schauer und auch die Temperaturen lassen in weiten Teilen Deutschlands kaum Sommergefühle aufkommen.

Mit erwarteten 14 Grad wird es vor allem an den Küsten ziemlich kühl. «Nichts, was wir als sommerlich bezeichnen würden», fasst Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach die Aussichten zusammen. Am kommenden Montag (1. Juni) ist der meteorologische Sommeranfang.

Die schlechte Vorhersage hat auch ihre guten Seiten: «Die vor allem im Osten Deutschlands hohe Waldbrandgefahr sinkt etwas», sagt Tripplers Kollegin Bianca Plückhahn. Schon die letzte Mai-Woche mit ihrem durchwachsenen Wetter entspanne die Situation.

Für die Agrarmeteorologin bringt das kühle, eher trockene Wetter noch andere Vorteile. Pilzkrankheiten, die wie der Mehltau häufig Weizen und Gerste, aber auch Rosen heimsuchen, bleiben aus. Und auch die gefürchtete Kartoffelkrautfäule habe wegen der kühlen Witterung ebenfalls kaum Chancen. Salat, Mais und Zuckerrüben bleiben weitgehend von Schneckenbefall verschont.

Neben einzelnen Schauern ist flächendeckender Niederschlag, der die ausgetrockneten Böden im Norden und der Mitte des Landes ausreichend mit Wasser versorgt, in den nächsten Tag nicht in Sicht.

Die Meteorologen machen aber noch Hoffnung auf einen schönen Sommer. «Es besteht sogar zu mehr als 40 Prozent die Wahrscheinlichkeit auf einen zu warmen Sommer», sagt Trippler. Dazu müsste die Durchschnittstemperatur den langjährigen Mittelwert von 17,1 Grad übertreffen.

Wo genau die Tendenz 2015 hingeht, könnte der Ende Juni bevorstehende Siebenschläfertag zeigen: Die Wetterlage um diese Zeit sei ziemlich verlässlich, erklärt Trippler. Bauernregeln zufolge bleibt das Wetter für sieben Wochen so, wie es sich an Siebenschläfer verhält.