Windhosen, Blitzeinschläge und Überflutungen

Gewitter haben in mehreren Regionen Deutschlands zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage Schäden angerichtet. Verletzte gab es nach Polizei-Angaben kaum, Einsätze dafür aber viele. 

Windhosen, Blitzeinschläge und Überflutungen
Boris Roessler Windhosen, Blitzeinschläge und Überflutungen

Besonders betroffen war der 1600-Einwohner-Ort Framersheim in Rheinland-Pfalz, durch den laut Polizei am Dienstag eine Windhose zog. Der Sturm riss die Dächer mancher Gebäude halb oder ganz weg, wie Bürgermeister Ulrich Armbrüster berichtete. Er sprach von einem Schaden in Höhe von acht bis zehn Millionen Euro. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz sagte, betroffen seien mehr oder weniger 60 bis 100 Häuser. Einige Menschen seien von umherfliegenden Gegenständen und beim Aufräumen leicht verletzt worden. Die Aufräumarbeiten gehen in dem Ort am Mittwoch weiter.

Umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller und abgedeckte Dächer hielten die Einsatzkräfte auch andernorts bis in die frühen Morgenstunden auf Trab. Im hessischen Hessisch-Lichtenau richtete ein Blitzeinschlag der Polizei zufolge in einem Wohnhaus 150 000 Euro Schaden an. Ebenso hoch war der Schaden im niedersächsischen Harsum, wo ein Feuer den Dachstuhl eines Hauses zerstörte. Verletzt wurde niemand: Die Familie war im Urlaub.

Stromausfälle meldete die Polizei im baden-württembergischen Weinheim. Drei Hochspannungsmasten brachte der Sturm in Seegebiet Mansfelder Land in Sachsen-Anhalt zu Fall - 1800 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. In Kelbra kippte durch den Sturm ein Wohnwagen um, dabei wurde ein Mensch schwer und ein weiterer leicht verletzt. Faustgroße Hagelkörner zerstörten den Angaben zufolge Vor- und Garagendächer, Straßen wurden überflutet. Rund 400 Feuerwehrmänner waren im betroffenen Landkreis im Einsatz.

Die Gewitter und Unwetter waren vom Südwesten Richtung Osten gezogen und hatten am Abend und in der Nacht Brandenburg, Berlin, Sachsen und Bayern erreicht. Auf dem Berliner Flughafen Schönefeld wurde um 21.34 Uhr für mehr als eine halbe Stunde die Abfertigung eingestellt, wie ein Sprecher sagte.

Die Deutsche Bahn verzeichnete bis kurz vor Mitternacht nur kleinere Störfälle. Auf Nebenstrecken seien vereinzelt Bäume und Äste in Oberleitungen gefallen und hätten zu Verspätungen geführt, sagte ein Sprecher.

Heftiger Regen und Orkanböen ließen auch die Einsatzkräfte in Oberfranken in Bayern 53 Mal ausrücken. Im Landkreis Hof stürzte ein Baum auf die Fahrbahn - ein Auto prallte dagegen. Einer der Insassen wurde schwer, die anderen drei leicht verletzt.

Die Unwetter sorgen für Abkühlung in Deutschland: Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge soll es einen Temperatursturz um teils mehr als zehn Grad geben. Am Mittwoch steige das Thermometer nur noch auf durchschnittlich 20 Grad, vereinzelt seien bis zu 25 Grad drin.