Olympia-Referendum zu Ende - Etwa jeder Zweite stimmte ab

Die Hamburger und Kieler haben über die deutsche Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 abgestimmt. Noch vor Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr hatte sich eine rege Beteiligung abgezeichnet.

Bis 17.00 Uhr gaben nach Angaben des Landeswahlamtes insgesamt 637 273 Menschen ihre Stimme ab - die meisten per Briefwahl. 67 789 Bürger suchten die Wahllokale auf. Die Beteiligung betrug zu diesem Zeitpunkt demnach 48,8 Prozent.

Zum Vergleich: Bei dem Volksentscheid zur Schulreform in Hamburg 2010 hatte es mit 492 094 Teilnehmern insgesamt eine Beteiligung von 39,3 Prozent gegeben.

Die Auszählung sollte unmittelbar nach Schließung der Wahllokale beginnen. Mit einer ersten Tendenz wurde für 20.00 Uhr gerechnet. Ein vorläufiges Endergebnis wurde spätestens für 22.00 Uhr erwartet.

Um die Sommerspiele 2024 bewerben sich Budapest, Paris, Rom und Los Angeles. Dort wird die Bevölkerung jeweils nicht gefragt. Die Entscheidung fällt das IOC 2017 in Lima (Peru).

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz appellierte an die Hamburger, einer Bewerbung zuzustimmen. «Sagen Sie heute JA zu Olympischen & Paralympischen Spielen in #Hamburg2024.», twitterte der SPD-Politiker.

Sowohl beim Referendum in Hamburg als auch beim Bürgerentscheid im geplanten Segel-Standort Kiel hatten Umfragen eine Mehrheit für die Bewerbung gesehen. In der Hansestadt waren rund 1,3 Millionen Bürger abstimmungsberechtigt. Allein 569 484 Hamburger beteiligten sich im Vorfeld per Briefwahl. Das entspreche 43,6 Prozent der Wahlberechtigten, sagte Oliver Rudolf vom Landeswahlamt.

Um das Referendum im Sinne der Befürworter zu entscheiden, mussten sie zum einen eine Mehrheit der abgegebenen Voten haben und zum anderen mindestens 20 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten auf sich vereinen. In Kiel, wo fast 200 000 Menschen mitmachen konnten, war ein Ja von mindestens acht Prozent der Wahlberechtigten nötig, um die Segel-Bewerbung möglich zu machen. Bis 17.30 Uhr hatten 30,67 Prozent ihr Häkchen gemacht.

Die Olympia-Gegner befürchten unter anderem steigende Mieten und soziale Ausgrenzung und beklagen einen Missbrauch der olympischen Idee durch Konzerne. Im Zentrum der Kritik steht jedoch die Finanzierungsfrage. Hamburgs Senat hat für die öffentliche Hand Kosten von rund 7,4 Milliarden Euro veranschlagt, von denen die Hansestadt maximal 1,2 Milliarden Euro übernehmen will. Den Rest soll der Bund finanzieren. Eine Zusage steht jedoch weiter aus.