Optimismus kehrt vor EZB-Zinsentscheid zurück

Die Hoffnung auf noch weitreichendere geldpolitische Maßnahmen für die Eurozone haben den Dax am Donnerstagvormittag angetrieben. Zuletzt notierte der Leitindex 0,49 Prozent höher bei 11.245,25 Punkten.

In den vergangenen beiden Tagen hatte das wichtigste deutsche Börsenbarometer seiner zuletzt rasanten Rally Tribut zollen müssen und war gefallen.

Auch am Donnerstag war es zum Handelsauftakt zunächst abwärts gegangen. Die Anleger fanden jedoch ihren Optimismus schnell wieder. Der MDax stieg zuletzt um 0,57 Prozent auf 21 510,34 Punkte. Der Index mittelgroßer Unternehmen hatte erst am Dienstag ein Rekordhoch erreicht. Der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,32 Prozent auf 1879,63 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,41 Prozent.

Die Erwartungen an die Europäische Zentralbank hinsichtlich einer weiteren geldpolitischen Lockerung sind hoch. Die EZB wird ihre Entscheidung um 13.45 Uhr bekanntgeben. Die Mehrheit der Beobachter rechnet mit einer Ausweitung des Anleihekaufprogramms sowie einer Senkung des Einlagensatzes im Kampf gegen die nach Einschätzung der EZB zu niedrige Inflation im Euroraum.

Vor allem auf das Ausmaß der Lockerungen kommt es Experten zufolge an, um negative Überraschungen zu vermeiden. «Aus unserer Sicht dürfte die EZB mit großer Wahrscheinlichkeit eine Ausdehnung des bestehenden Anleiheankaufprogramms um weitere sechs Monate bis März 2017 verkünden», schrieben die Marktexperten der Deutschen Postbank.

Unter den Einzelwerten haben die Vorzugsaktien von Volkswagen trotz des Abgasskandals ihre rasante Erholung seit Mitte November fortgesetzt. Zuletzt wurden die Titel mit einem Plus von 3,31 Prozent bei 131,15 Euro gehandelt und waren damit im Dax-Tableau ganz oben zu finden.

Gut bestellt war es auch um die Aktien der Allianz, die um 0,78 Prozent zulegten. Die Fondstochter Pimco des Versicherungskonzerns hat den Mittelabfluss ihres ehemaligen Vorzeige-Anleihefonds Total Return etwas eingedämmt.

Bei den Aktionären von Airbus kamen neue Bestellungen gut an, denn die Papiere des Flugzeugbauers stiegen um gut 1 Prozent. Die chinesische Billigfluggesellschaft kauft 60 Maschinen des Mittelstreckenjets A320neo. Der Listenpreis liegt bei 6,3 Milliarden Dollar (5,94 Mrd Euro).