«Ossis» und «Wessis» wachsen zusammen

Die Ostdeutschen bekennen sich 25 Jahre nach der Einheit klar zur Demokratie, viele hadern aber noch immer mit der Aufarbeitung ihrer DDR-Vergangenheit.

«Ossis» und «Wessis» wachsen zusammen
Jens Wolf «Ossis» und «Wessis» wachsen zusammen

Insgesamt wachsen die Bürger in Ost und West, was politische und gesellschaftliche Ansichten angeht, seit 1990 stärker zusammen - obwohl bestimmte Unterschiede bleiben, wie eine groß angelegte Studie des Zentrums für Sozialforschung Halle (ZSH) im Auftrag der Bundesregierung herausgefunden hat. 

«Wir sind vereint, aber noch nicht eins», sagte die Ostdeutschland-Beauftragte, Staatssekretärin Iris Gleicke (SPD), in Berlin.

Spannend sind aktuelle Einstellungen der Ostdeutschen zur DDR-Vergangenheit: 70 Prozent sagen heute klar, dass das politische System der DDR eine Diktatur war. Die Ansicht, dass die DDR auch ein «Unrechtsstaat» war, teilen aber nur 46 Prozent.

Die Autoren der Studie «Sind wir ein Volk?» glauben, dass viele Ostdeutsche im Rückblick ihren eigenen Lebenslauf nicht entwerten wollten. «Natürlich war die DDR ein Unrechtsstaat», meinte die Thüringerin Gleicke. Im Westen müsse jedoch endlich anerkannt werden, dass die große Mehrheit der Ostdeutschen einfach versucht habe, für sich und ihre Familien in der Diktatur etwas aufzubauen.