Osterfeiern in Rom und Jerusalem

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen haben gläubige Christen in aller Welt die Osterfeierlichkeiten begonnen. Am Karfreitag versammelten sich Tausende Christen in Jerusalem, um in einer traditionellen Prozession durch die Via Dolorosa zu ziehen.

Osterfeiern in Rom und Jerusalem
Osservatore Romano / Handout Osterfeiern in Rom und Jerusalem

Sie gingen den Weg nach, den Jesus zu seiner Kreuzigung zurückgelegt haben soll. Zum Gedenken an sein Leiden trugen viele Pilger Holzkreuze. Papst Franziskus hatte am Vortag die Feiern mit einer Messe im Vatikan und einer Fußwaschung bei Flüchtlingen eingeläutet.

Die Prozession durch die Jerusalemer Altstadt zur Grabeskirche wurde von einem starken Aufgebot teils schwer bewaffneter Sicherheitskräfte begleitet. In den vergangenen Monaten war es in Israel und den Palästinensergebieten verstärkt zu Anschlägen gekommen.

In Rom bereiteten sich Anti-Terror-Einheiten und Spezialkräfte der Polizei auf den Kreuzweg vor, der am Abend am Kolosseum stattfinden sollte. Das Gelände rund um das antike Amphitheater sollte weiträumig abgesperrt und mit Metalldetektoren ausgestattet werden. Spürhunde würden eingesetzt, um die «Via Crucis» mit Papst Franziskus zu überwachen, berichteten italienische Medien.

Zehntausende Menschen verfolgen alljährlich die stimmungsvolle Zeremonie, die als eine der schönsten Andachten im römischen Kirchenjahr gilt. Der Kreuzweg erinnert in 14 Stationen an den Leidensweg Jesu. Die Meditationen dazu wurden von Kardinal Gualtiero Bassetti, dem Erzbischof von Perugia, verfasst.

Am Gründonnerstag hatte Franziskus die Osterfeierlichkeiten mit der traditionellen Chrisam-Messe eingeläutet und dabei die heiligen Salbungsöle geweiht. Am Abend fuhr er in eine Unterkunft für Asylbewerber vor den Toren Roms und wusch dort elf Flüchtlingen und einer Mitarbeiterin der Einrichtung die Füße.

Die für das Ritual ausgewählten Menschen waren Muslime aus Mali, Christen aus Nigeria, orthodoxe Koptinnen aus Eritrea und ein indischer Hindu. Der Papst hatte erst im Januar per Dekret Frauen und Mädchen offiziell zu dem Ritual zugelassen.

Die Fußwaschung am Gründonnerstag erinnert symbolisch daran, wie Jesus beim letzten Abendmahl die gleiche Geste an seinen Jüngern vollzogen hatte und gilt als Akt der Demut und der christlichen Nächstenliebe. Der Argentinier war ganz einfach in Weiß gekleidet und trug keine Kopfbedeckung.

«Ob Muslime, Hindus, Katholiken oder Kopten: Wir sind alle Brüder, wir sind alle Kinder desselben Gottes», sagte Franziskus und erinnerte an die Terroranschläge von Brüssel. «Das war eine Geste der Zerstörung, eine Geste des Krieges, von Menschen, die nicht in Frieden leben wollen.» Schuld an dem Terror hätten vor allem die Waffenhändler, mahnte das Kirchenoberhaupt.

Am Samstag werden die Feierlichkeiten im Vatikan mit der traditionellen Osternacht im Petersdom fortgesetzt. Der Gottesdienst unter Leitung von Papst Franziskus erinnert an die Auferstehung Christi. 

Für Franziskus endet sein viertes Osterfest als Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag mit der Ostermesse. Dann verkündet der 79-Jährige seine Osterbotschaft und spendet den traditionellen Segen «Urbi et Orbi» - der Stadt und dem Erdkreis. Im Heiligen Land wird der lateinische Patriarch in der Grabeskirche die Messe zur Auferstehung von Jesus Christus zelebrieren.