Ovationen für Netrebko und Domingo in Berlin

Ovationen für zwei Opern-Superstars: Anna Netrebko und Plácido Domingo sind am Freitag (29.11.) in Berlin zur Premiere von Verdis «Troubadour» stürmisch gefeiert worden.

Ovationen für Netrebko und Domingo in Berlin
Claudia Esch-Kenkel Ovationen für Netrebko und Domingo in Berlin

In der seit Monaten restlos ausverkauften Staatsoper im Schiller Theater feierten die beiden Sänger jeweils ihre Rollendebüts unter der Leitung von Generaldirektor Daniel Barenboim.

Domingo (72), der seit einigen Jahren nicht mehr als Tenor, sondern in der tieferen Stimmlage des Bariton auftritt, sang erstmals in seiner mehr als sechs Jahrzehnte langen Karriere den Grafen Luna. Sopranistin Anna Netrebko glänzte in der Partie der Leonora. Die Russin wurde immer wieder mit Szenenapplaus gefeiert. Auch der kurzfristig eingesprungene Tenor Gastón Rivero als Leonoras Liebhaber Manrico sowie Marina Prudenskaya als Azucena erhielten viel Zuspruch.

Für seine Produktion ließ Regisseur Philipp Stölzl Netrebko zunächst in ein ausladendes Korsett-Kleid stecken, im zweiten Akt ist sie als Nonne in weiß zu sehen. Domingo tritt im engen Mantel- und Degenkostüm auf. Die Darsteller erinnern in ihren farbenfrohen Kostümen an Comic-Figuren, die sich wie Marionetten auf der künstlich verengten Bühne bewegen. Statt einer Kulisse werden Videoprojektionen auf zwei weiße Wände projiziert - 64 Felder, so viele wie ein Schachbrett hat.

Zur Premiere, für die auf dem Schwarzmarkt Tickets für bis zu 900 Euro angeboten wurden, waren auch viele Prominente gekommen, unter anderen der amtierende Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sowie die Schauspielerin Martina Gedeck.