Paarläufer Savchenko/Massot holen bei erster WM Bronze

Von einer Medaille bei der WM-Premiere hatten die deutsch-französischen Paarläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot höchstens geträumt. Doch die fünfmalige Weltmeisterin glänzte in Boston mit ihrem neuen Partner und gewann Bronze mit 216,17 Punkten.

Paarläufer Savchenko/Massot holen bei erster WM Bronze
Cj Gunther Paarläufer Savchenko/Massot holen bei erster WM Bronze

Die EM-Zweiten aus Oberstdorf mussten vor 17 000 Zuschauern im TD Garden nur den Titelverteidigern Meagan Duhamel/Eric Radford (231,99) aus Kanada und Sui Wenjing/Han Cong (224,47) aus China den Vortritt lassen.

Nach einer gelungenen Kür zu «Sometimes» von Wax Tailor fielen sich die deutschen Meister erleichtert in die Arme. Nach 18-monatiger Sperre wegen des Verbandswechsels des Franzosen gelang ihnen ein Traumdebüt. «Ich habe doch gesagt, das Medaillenziel ist kein Scherz», sagte die gebürtige Ukrainerin bei der Pressekonferenz.

In rot-schwarzen Hosenanzügen im Partnerlook gekleidet, lieferten Savchenko/Massot einen hochklassigen Vortrag ab. Schon beim Einlaufen war das fachkundige US-Publikum von der Höhe der Würfe beeindruckt.

Savchenko war allerdings nicht ganz so sicher wie sonst bei den Einzelsprüngen. Am Ende reichte es aber für Platz drei, weil die russischen Olympiasieger Tatjana Wolossoschar/Maxim Trankow einen schlechten Tag erwischten und von Rang drei auf sechs abrutschten.

«Es war sehr schwer zu laufen nach den Kanadiern», bekannte Savchenko. Die Arena kochte nach dem fehlerlosen Programm der Titelverteidiger, die sich so freuten, dass sie gar nicht vom Eis wollten. «Ich wusste, es würde reichen», sagte Duhamel, die den Wurfsalchow vierfach landete.

Diese Höchstschwierigkeit war den nach dem Kurzprogramm führenden Chinesen Sui Wenjing/Han Cong (80,85) zu «Samson and Delilah» von Camille Saint-Saens nicht gelungen. Ihr vierfacher Twist zu Beginn war makellos, doch dann ging der riskante vierfache Wurfsalchow schief. Die 20-Jährige fiel auf das Eis.

Solche Höchstschwierigkeiten will das DEU-Duo nächste Saison anbieten. Im sechsten gemeinsamen Wettkampf hatte die Bundeswehrsoldatin leichte Probleme beim Salchow, den sie nur doppelt statt dreifach sprang. Den dreifachen Toeloop fing sie gerade eben noch geschickt ab. Die Würfe gelangen ihnen exzellent, besonders der hohe Twist zu Beginn wurde von Szenenapplaus begleitet.

«Wir wurden so gut angenommen, so viele haben sich gefreut, dass ich zurück bin», erzählte die 32-Jährige, die vor zehn Jahren Deutsche wurde und mit Massot 2018 bei den Winterspielen in Südkorea Gold gewinnen will. Nun muss der Franzose schnell deutsch lernen, um rechtzeitig den Pass für eine Starterlaubnis bei Olympia zu bekommen. «Die Zielstellung war WM-Platz sechs, das ist weit übertroffen worden», sagte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf. Er war besonders zufrieden mit der Entwicklung des 27-Jährigen, der sich anfangs schwer getan hatte als Nachfolger von Robin Szolkowy.