Paderborn verhandelt mit Effenberg über Trainerjob

Es könnte ein Überraschungscoup werden. Bundesliga-Absteiger SC Paderborn verhandelt mit dem früheren Nationalspieler Stefan Effenberg über ein Engagement als Trainer.

«Ich kann bestätigen, dass es heute Gespräche geben wird», sagte Clubsprecher Matthias Hack. Demnach treffen sich SC-Präsident Wilfried Finke, Geschäftsführer Sport Michael Born und Effenberg auf Mallorca. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung berichtet, dass in den Verhandlungen zwischen dem ostwestfälischen Club und dem 47-Jährigen nur noch letzte Details zu klären seien.

Paderborns Clubchef Finke will nach der Beurlaubung von Markus Gellhaus vor einer Woche mit einer möglichen Verpflichtung von Effenberg neue Impulse setzen und den drohenden Absturz in die Fußball-Drittklassigkeit verhindern. Nach nur sieben Punkten aus zehn Zweitliga-Partien liegt Paderborn auf Platz 15. «Die Geschichte der vergangenen Monate zeigt, dass wir einen anderen Typus brauchen als Trainer, dass wir eine andere Ansprache brauchen», zitiert die «Sport Bild» Finke. «Und was mir gefällt: Er kann schlecht verlieren!»

Falls die Verhandlungen mit Effenberg erfolgreich sein sollten, könnte der frühere Bayern-Star und Champions-League-Sieger von 2001 bereits am Freitag gegen Eintracht Braunschweig sein Trainerdebüt geben. Effenberg hatte 2004 seine Spielerkarriere beendet und 2012 die Fußballlehrer-Lizenz erworben.

Dass er als Coach noch nicht aktiv war, hält Finke nicht für ein Manko: «Effenberg hat einen großen Erfahrungsschatz. Er weiß mit der Situation umzugehen.» Bei der Wahl seiner Cheftrainer hat der Paderborner Unternehmer in den vergangenen Jahren mit Roger Schmidt (heute Bayer Leverkusen) und André Breitenreiter (Schalke 04) zweimal ein gutes Händchen bewiesen.

Effenberg war in den 90er und den ersten 2000er Jahre ein Star in der Bundesliga, der als genialer, führungsstarker Spielmacher respektiert, aber wegen seiner Eskapaden, Provokationen und Skandale nicht beliebt war. So kam es 1994 bei der WM zum Eklat, als er mit einer abfälligen Geste («Stinkefinger») die ihn ausbuhenden Fans nach einer schlechten Leistung gegen Südkorea provozierte und daraufhin nach Hause geschickt wurde. «Ich bin nicht der Typ, der geliebt werden will», sagte Effenberg einst in einem Interview.