Pakistan will nach Massaker Terroristen wieder hinrichten lassen

Nach dem Massaker pakistanischer Talibankämpfer an einer vom Militär betriebenen Schule in Peshawar will die Regierung Terroristen künftig wieder hinrichten lassen.

Premierminister Nawaz Sharif beschloss nach Angaben seines Büros vom Mittwoch, für verurteilte Terroristen werde ein derzeit geltendes Moratorium auf die Todesstrafe aufgehoben. Er schloss zugleich künftige Verhandlungen mit den pakistanischen Taliban (TTP) aus und kündigte an, weiter militärisch gegen die Extremisten vorzugehen.

Taliban-Kämpfer hatten am Dienstag eine Schule in der nordwestpakistanischen Provinzhauptstadt Peshawar gestürmt. Die Extremisten ermordeten 132 Kinder und Jugendliche sowie neun Mitarbeiter der Schule. Alle sieben Angreifer kamen bei achtstündigen Gefechten mit den Sicherheitskräften ums Leben.

Der Angriff war der bislang schwerste der TTP und wurde international verurteilt. Selbst die mit der TTP verbündeten afghanischen Taliban kritisierten, die Tat verstoße «gegen die Grundlagen des Islams».

Scharif hatte sich nach seinem Wahlsieg im vergangenen Jahr um Gespräche mit der TTP bemüht. «Der Gesprächsprozess begann, und das Ergebnis ist das, das vor ihnen liegt», sagte Sharif am Mittwoch bei einem Treffen mit Vertretern verschiedener politischer Parteien in Peshawar. «Diese Option offen zu halten, ist nach meinem Gefühl nicht mehr machbar.» Seine Regierung sei der Ansicht, dass die Armee weiterhin gegen die Extremisten vorgehen müsse.