Pakistanische Filmemacherin gewinnt zweiten Oscar

Sharmeen Obaid Chinoy (37) hat als erste pakistanische Dokumentarfilmerin einen zweiten Oscar gewonnen. Sie wurde in Los Angeles mit dem Academy Award für «A Girl in the River - The Price of Forgiveness» ausgezeichnet.

Pakistanische Filmemacherin gewinnt zweiten Oscar
Paul Buck Pakistanische Filmemacherin gewinnt zweiten Oscar

Der Film handelt von der jungen Frau Saba, die einen Mordversuch ihrer Familie überlebt, nachdem sie sich verliebt und unerlaubt geheiratet hatte.

Der Deutschen Presse-Agentur hatte die Regisseurin vor der Preisverleihung gesagt, sie habe diesen Film machen wollen, um eine Debatte in der pakistanischen Gesellschaft anzustoßen und die Gesetzgebung zu ändern. Mehr als 1000 solcher Morde an Mädchen und Frauen wurden in 2014 in Pakistan registriert. Aber die Täter werden selten bestraft. Das bisherige Gesetz enthält eine Klausel, nach der der Vormund des weiblichen Opfers dem Täter verzeihen kann. Und weil Morde zur Rettung der vermeintlichen Ehre einer Familie oft von Verwandten begangen werden, wird den Tätern oft vergeben. Der Staat kann die Mörder dann nicht mehr bestrafen.

Nach der Oscar-Nominierung hatte Ministerpräsident Nawaz Sharif ein neues Gesetz angekündigt. Sein Rechtsberater sagte, die neue Fassung werde dem Parlament bald vorgelegt.

Für ihre Filme bekommt Obaid Chinoy aber auch viel Kritik. Weil sie die dunklen Seiten der Gesellschaft aufdecken, werfen Pakistaner ihr vor, unpatriotisch zu sein. 2012 hatte sie ihren ersten Oscar für «Saving Face» gewonnen, einen Film über die Opfer von Säureattacken auf Frauen.