Palästinenser bitten auf Gaza-Konferenz um Milliardenhilfen

Mehr als sechs Wochen nach Ende des jüngsten Gaza-Kriegs sollen bei einer internationalen Konferenz in Ägypten Milliardenhilfen für den Wiederaufbau des zerstörten Palästinensergebietes gesammelt werden.

Palästinenser bitten auf Gaza-Konferenz um Milliardenhilfen
Mohammed Saber Palästinenser bitten auf Gaza-Konferenz um Milliardenhilfen

Zu dem Treffen in Kairo werden rund 30 Außenminister erwartet, darunter auch der amerikanische Ressortchef John Kerry. Auch 20 regionale und internationale Organisationen sind dabei. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte seine Teilnahme kurzfristig ab. Begründet wurde dies in Berlin mit Terminproblemen.

Die Palästinenser wollen den internationalen Geldgebern einen Aufbauplan des Ministeriums für Planung und Entwicklung vorlegen. Demnach werden für den Wiederaufbau bis 2017 insgesamt vier Milliarden Dollar (rund 3,2 Milliarden Euro) benötigt. Zuvor hatte die Palästinenserbehörde die Kosten noch auf 7,8 Milliarden Dollar (sechs Milliarden Euro) beziffert.

Der Gaza-Krieg war am 26. August mit einer von Ägypten vermittelten unbefristeten Waffenruhe zu Ende gegangen. Israel und die Palästinenser haben sich jedoch noch nicht auf eine dauerhafte Regelung geeinigt. Die weitgehende Blockade des Palästinensergebiets am Mittelmeer durch Israel und Ägypten dauert an. Israels Ziel war es, den Raketenbeschuss seiner Grenzorte zu unterbinden und Angriffstunnel der radikal-islamischen Hamas zu zerstören.

Der Krieg dauerte 50 Tage, Israels Armee griff mehr als 5000 Ziele in dem dicht besiedelten Palästinensergebiet an, militante Palästinenser feuerten 4500 Raketen auf Israel ab. Mehr als 2100 Palästinenser und mehr als 70 Israelis wurden getötet. 18 000 Häuser wurden nach Angaben der UN-Nothilfeorganisation Ocha im Gazastreifen zerstört oder erheblich beschädigt.

Die Bundesregierung will ihre Wiederaufbauhilfe ebenfalls aufstocken. Eine konkrete Summe wurde am Freitag aber noch nicht genannt. Seit Beginn der jüngsten Gaza-Krise hat die Bundesregierung bereits 29,5 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt. Damit betrug die bilaterale deutsche Unterstützung für die Palästinenser allein in diesem Jahr mehr als 100 Millionen Euro. Alle Appelle, die Gespräche über eine «Zwei-Staaten-Lösung» zwischen Israelis und Palästinensern wieder aufzunehmen, blieben bislang ohne Erfolg.