Papst fordert Europäer dringend zu Hilfe für Flüchtlinge auf

Papst Franziskus hat bei einem Besuch des Europaparlaments in Straßburg dringend eine gemeinsame EU-Politik für die Rettung von Flüchtlingen angemahnt. «Man kann nicht hinnehmen, dass das Mittelmeer zu einem großen Friedhof wird», sagte Franziskus vor den Parlamentariern.

«Auf den Kähnen, die täglich an den europäischen Küsten landen, sind Männer und Frauen, die Hilfe brauchen.» In der Europäischen Union fehle es aber an gegenseitiger Unterstützung. Franziskus hatte seine erste Reise zur Flüchtlingsinsel Lampedusa gemacht.

Vor dem Hintergrund der Globalisierung und zunehmenden Technisierung der Welt warnte der Heilige Vater Europa davor, seine Seele zu verlieren. Die Zukunft Europas hänge davon ab, den humanistischen Geist wiederzuentdecken, den es doch so liebe, sagte der Argentinier.

«Europa hat es dringend nötig, sein Gesicht wiederzuentdecken, um in Frieden und Eintracht zu wachsen, denn es ist selbst nicht frei von Konflikten», mahnte der Heilige Vater. Europa solle auf einem sicheren und festem Boden voranschreiten. Dann sei es «ein kostbarer Bezugspunkt für die gesamte Menschheit».

Die Abgeordneten im Plenarsaal reagierten auf die Rede des Papstes mit langanhaltendem Beifall. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wollte anschließend den Europarat mit 47 Mitgliedsländern besuchen, zu denen auch Russland und die Ukraine gehören.