Papst Franziskus in Mexiko - Historisches Treffen auf Kuba

Stadt (dpa) - Papst Franziskus ist nach seinem historischen Treffen mit dem russischen Patriarchen Kirill auf Kuba nach Mexiko weitergereist. Der Pontifex wurde am Flughafen in Mexiko-Stadt von Präsident Enrique Peña Nieto und seiner Frau Angélica Rivera begrüßt.

Tausende Schaulustige feierten am Freitagabend (Ortszeit) das Papamobile bei seiner ersten Fahrt durch die Stadt.

Bei der mehrtägigen Reise (bis Mittwoch Ortszeit, Donnerstag MEZ) stehen aber durchaus ernste Themen wie die Migration sowie die Drogengewalt im Mittelpunkt. Geplant sind unter anderem Besuche in der Grenzregion zu den USA und in der Unruheprovinz Michoacán.

Am Samstag trifft Franziskus Staatschef Peña Nieto zu einem offiziellen Gespräch. Am Abend werden Zehntausende bei einer Messe in der Basilika der Jungfrau von Guadalupe in Mexiko-Stadt erwartet. Nach Brasilien ist Mexiko das Land mit den meisten Katholiken weltweit. Mehr als 80 Prozent der rund 120 Millionen Mexikaner bekennen sich zum Katholizismus.

Auf dem Weg nach Mexiko hatte Franziskus einen Zwischenstopp auf Kuba eingelegt und in dem Karibikstaat ein Stück Kirchengeschichte geschrieben: Erstmals seit der Kirchenspaltung vor fast 1000 Jahren waren dort mit Franziskus und Kirill die Oberhäupter der katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche zusammengekommen. Beide unterzeichneten nach einer etwa zweistündigen Unterredung eine gemeinsame Erklärung in Havanna. Darin riefen sie zum Schutz der Christen in den Krisenherden dieser Welt.

Gemeinsam forderten sie ein Ende brutaler Christenverfolgungen in Nahost und Afrika - und ein Ende des Blutvergießens in Syrien. Die internationale Gemeinschaft müsse angesichts islamistischen Terrors dringend handeln, «um einer weiteren Vertreibung der Christen im Nahen Osten zuvorzukommen», hieß es einer 30 Punkte umfassenden Erklärung.

Die römisch-katholische Kirche und die orthodoxen Kirchen gehen seit der Kirchenspaltung von 1054 getrennte Wege. Seit 20 Jahren hatte es Pläne für ein Treffen zwischen beiden Kirchenführern gegeben. Dieses war nun durch den zufällig zeitgleichen Aufenthalt von Franziskus und Kirill in Lateinamerika möglich geworden ist.