Papst Franziskus spricht mit Migranten auf Lesbos

Unmittelbar nach seiner Ankunft auf der griechischen Insel Lesbos hat Papst Franziskus das Aufnahmelager von Moria besucht.

Papst Franziskus spricht mit Migranten auf Lesbos
Yannis Kolesidis Papst Franziskus spricht mit Migranten auf Lesbos

Er begrüßte Dutzende minderjährige Migranten, die meist auf eigene Faust die gefährliche Überfahrt aus der Türkei zu den griechischen Inseln gewagt hatten, wie das griechische Fernsehen (ERT) berichtete.

Im Lager warteten Hunderte Menschen. Viele trugen Plakate mit dem Spruch «Wir wollen Freiheit» und «Du bist unsere Hoffnung». Unter ihnen waren Jesiden, Pakistaner und Kurden. Eine Frau flehte ihn an, er solle sie mitnehmen.

In einem Zelt sprach der Papst mit Migrantenfamilien. Kinder zeigten und schenkten dem Pontifex Zeichnungen aus ihrem Leben. Das katholische Kirchenoberhaupt begrüßte Frauen nur mit einem freundlichen Kopfnicken, die Hand gab er ihnen wohl aus Rücksicht auf kulturelle Gepflogenheiten in der islamischen Welt nicht. Männern gab er dagegen die Hand.

Lange legte er die Hand auf den Kopf eines weinenden jungen Mannes, der immer wieder auf Englisch sagte «Vater gib mir Deinen Segen». Einige Migranten schilderten dem Papst schlimme Erfahrungen, die sie vor ihrer Flucht gemacht hätten. Andere sagten, sie säßen auf der Insel fest, während ihre Familien in Deutschland seien. 

Auch der Patriarch der Orthodoxen Kirche von Konstantinopel, Bartholomaios I., und der orthodoxe Erzbischof Hieronymus II. nahmen an den Treffen teil. Papst Franziskus hält sich zu einem Kurzbesuch auf Lesbos auf, am Nachmittag ist der Rückflug nach Rom geplant.