Papst: Meinungsfreiheit hat auch Grenzen

Der Papst spricht nach den Anschlägen von Paris über die Grenzen der Meinungsfreiheit - und zieht dabei seine «Mamma» zum Vergleich heran. Bei seinem Besuch auf den Philippinen wird er wie ein Rockstar gefeiert.

Die Meinungsfreiheit hat nach Ansicht von Papst Franziskus Grenzen - dann, wenn sie religiöse Gefühle anderer verletzt. «Viele Menschen ziehen über Religion her, das kann passieren, hat aber Grenzen. Jede Religion hat eine Würde, und man kann sich darüber nicht lustig machen», sagte der Papst mit Blick auf die Terroranschläge auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» auf dem Weg in die philippinische Hauptstadt Manila.

«Wenn Dr. Gasbarri (der Reiseorganisator des Papstes), mein lieber Freund, meine Mama beleidigt, erwartet ihn ein Faustschlag. Denn man kann den Glauben der anderen nicht herausfordern, beleidigen oder lächerlich machen», zitierte die Nachrichtenagentur Ansa das Oberhaupt der Katholiken weiter. Gleichzeitig betonte der Papst, dass man im Namen Gottes nicht töten dürfe.

Nach den Terroranschlägen sei die Sicherheit um ihn erhöht worden. Er mache sich Sorgen um die Gläubigen. Er selbst habe dagegen eine «gute Dosis Unbeschwertheit». Wenn ihm etwas zustoßen sollte, scherzte Franziskus, bitte er Gott, «dass sie mir nicht wehtun, denn ich bin nicht mutig, was Schmerz angeht».

Mit lautstarkem Jubel und landesweitem Glockengeläut wurde der 78-jährige Argentinier auf den Philippinen empfangen. «Papa Francis, mabuhay!» - Willkommen in der Amtssprache Tagalog - riefen die Menschen, die teils zwölf Stunden auf die Papst-Maschine gewartet hatten. Anders als erhofft konnten sie nur einen kurzen Blick auf den Papst erhaschen. Das Papamobil jagte mit rasanter Geschwindigkeit im Scheinwerferlicht an Hunderttausenden jubelnden Menschen vorbei.

Flor Morados (77) hatte am Flughafen acht Stunden ausgeharrt. Obwohl alles schnell ging, war sie zufrieden: «Allein das Flugzeug von Papst Franziskus zu sehen, macht mich glücklich.» «Es war eine tolle spirituelle Erfahrungen für den Papst», sagte dessen Sprecher Federico Lombardi.

Rund 80 der 100 Millionen Philippiner sind Katholiken, das asiatische Land hat damit nach Brasilien und Mexiko die drittgrößte katholische Bevölkerung der Welt. Es ist der vierte Papstbesuch seit 1970.

Frischer Wind wehte dem Papst um den Kopf, bevor er überhaupt Boden betreten hatte. Eine Böe riss ihm an der Flugzeugtür das Scheitelkäppchen vom Kopf. Er begrüßte die Würdenträger mit wehenden Haaren. Der Papst feiert am Freitag in der Kathedrale von Manila eine Messe mit Würdenträgern und trifft Familien in einem großen Stadium. Samstag fliegt er nach Tacloban, in die Stadt, die vor 14 Monaten von Taifun «Haiyan» schwer getroffen worden war.