Papst wirbt für Frieden im Krisenstaat Zentralafrikanische Republik

Papst Franziskus hat die Regierung des Krisenstaats Zentralafrikanische Republik aufgefordert, sich für die Einheit der Bevölkerungsgruppen und den Frieden einzusetzen. Die Menschen dürften keine Angst vor Mitgliedern anderer Ethnien oder Religionen haben, sagte er in der Hauptstadt Bangui.

Papst wirbt für Frieden im Krisenstaat Zentralafrikanische Republik
Daniel Dal Zennaro Papst wirbt für Frieden im Krisenstaat Zentralafrikanische Republik

Der Regierung komme dabei eine besondere Verantwortung zu, sagte er vor Übergangspräsidentin Cathérine Samba-Panza. «Ich komme als Pilger des Friedens und als Apostel der Hoffnung», sagte der 78-Jährige. 

In seiner ersten Rede in dem Land sprach Franziskus jedoch nicht direkt von dem Konflikt, der das Land seit über zwei Jahren erschüttert. Dabei stehen sich muslimische Rebellen und christliche Milizen gegenüber. Tausende wurden getötet. Jeder fünfte Einwohner ist vor der Gewalt geflohen. Beiden Konflikparteien werden schwerwiegende Gewalttaten vorgeworfen. 

Franziskus drückte dem vorbereiteten Redetext zufolge die Hoffnung aus, dass die bereits mehrfach verschobenen Wahlen Ende Dezember eine positive Wende herbeiführen werden, um «gut in einen neuen Abschnitt der Geschichte zu gehen». Der Friede im Land ist brüchig. Nach einem Zwischenfall im Oktober wurden bei einer neuen Gewaltwelle UN-Angaben zufolge 80 Menschen getötet und 400 weitere schwer verletzt.

Franziskus war die Reise in die Zentralafrikanische Republik besonders wichtig. Es ist das erste mal, dass er in ein Krisengebiet reist. Er folgt damit seinem Ziel, an die Ränder der Kirche zu gehen, zu den Armen, Vergessenen und Notleidenden.

Die Zentralafrikanische Republik ist einem UN-Index zufolge das drittärmste Land der Welt. Der Konflikt hatte zunächst wirtschaftliche Hintergründe, entwickelte sich jedoch nach dem Sturz des christlichen Präsidenten Francois Bozizé durch muslimische Rebellen 2013 zu einem Konflikt zwischen den Religionsgruppen. 

Franziskus war aus Uganda angereist. Am Sonntag wollte er in Bangui auch ein Flüchtlingslager besuchen, in dem Christen Zuflucht gesucht haben. Am Abend wollte er zum ersten Advent in der Kathedrale von Bangui eine Messe feiern. Dabei will er auch eine Heilige Pforte öffnen - als Vorpremiere des Heiligen Jahres, des «Jubiläums der Barmherzigkeit», das offiziell am 8. Dezember in Rom eingeläutet wird. 

Der Vatikan ließ sich bei den Reiseplänen auch nicht von der desolaten Infrastruktur und der schwierigen Sicherheitslage abschrecken. Die überforderte Übergangsregierung kann seine Sicherheit nicht garantieren, der Vatikan verlässt sich daher auf die rund 11 000 Blauhelmsoldaten und die etwa 900 französischen Truppen in und um Bangui. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi betonte, der Papst habe keine Angst. Obwohl in dem Land viele Waffen zirkulieren, wird er in Bangui mitunter auch das offene Papamobil nutzen.

Vor Abschluss seines Besuchs am Montag wird sich Franziskus in einer Moschee mit Vertretern der muslimischen Gemeinde treffen. Die meisten Muslime sind wegen des Konfliktes jedoch bereits aus Bangui geflohen. 

Zuvor hatte Franziskus im Rahmen seiner elften Auslandsreise Kenia und Uganda besucht. Für Franziskus war es die erste Reise nach Afrika, wo die katholische Kirche weltweit am schnellsten wächst.