Koalition gegen IS-Terrormiliz berät über Strategie

Vertreter aus rund 24 Ländern wollen heute in Paris über eine wirksame Strategie im Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien beraten.

Zu der zweiten Sitzung auf Ebene der Außenminister erwartet Frankreichs Gastgeber Laurent Fabius auch Iraks Regierungschef Haidar al-Abadi. Für Deutschland nimmt Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) teil, sein US-Kollege John Kerry soll nach einem Fahrradunfall per Video zugeschaltet werden.

Aus französischer Sicht findet das Treffen vor dem Hintergrund einer wechselhaften Lage in den Kampfgebieten statt. Der IS hatte zuletzt in Syrien und im Irak militärische Erfolge erzielen können. Deswegen solle die gemeinsame Entschlossenheit bekräftigt werden, die IS-Milizen zu stoppen, hieß es vor dem Treffen in Paris.

Erst am Vortag waren bei einem IS-Selbstmordattentat mehr als 40 Soldaten im umkämpften Westen des Iraks getötet worden. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind allein im Mai mehr als 1000 Menschen infolge der Gewalt im Irak ums Leben gekommen, zwei Drittel davon Zivilisten.

Die Koalition baut jenseits des Militäreinsatzes auf eine politische Lösung. Deswegen soll das Treffen in Paris die Unterstützung für die irakische Regierung ebenso dokumentieren wie Reformen für eine nationale Aussöhnung in dem Land bekräftigen.

Auch Schutz und Rückkehr verfolgter Minderheiten stehen in Paris auf der Agenda. So werden auch Unesco-Chefin Irina Bokowa und UNHCR-Flüchtlingskommissar António Guterres zu dem Treffen erwartet.