Lisicki und Beck in Paris weiter - Becker überrascht

Die deutschen Tennisprofis sorgen bei den French Open weiter für Furore: Sabine Lisicki und Annika Beck mussten in Paris nur Kurzarbeit verrichten, Benjamin Becker wurde für seine Schwerstarbeit belohnt.

Lisicki und Beck in Paris weiter - Becker überrascht
Robert Ghement Lisicki und Beck in Paris weiter - Becker überrascht

Lisicki stand lediglich etwas mehr als eine halbe Stunde auf dem Platz, dann gab ihre australische Gegnerin Daria Gavrilova in der zweiten Runde beim Stand von 6:1 für Lisicki wegen einer Bauchmuskelverletzung auf. Beck bezwang die Polin Paula Kania mit 6:2, 6:2 und stürmte ebenfalls im Eiltempo in die dritte Runde.

Dort ist bei den Herren völlig überraschend auch Becker vertreten. Der 33-Jährige rang den an Nummer 32 gesetzten Spanier Fernando Verdasco mit 6:4, 0:6, 1:6, 7:5, 10:8 nieder. Nach 3:13 Stunden verwandelte der Mettlacher seinen ersten Matchball und schrie danach seine Freude laut heraus. In der dritten Runde könnte nun der japanische Geheimfavorit Kei Nishikori warten.

Lisicki trifft im Kampf um den Achtelfinaleinzug auf die an Nummer 13 gesetzte Tschechin Lucie Safarova, erst zum zweiten Mal in ihrer Karriere hat sie im Bois de Boulogne die zweite Runde überstanden. Als die 21 Jahre alte Gavrilova Lisicki die Botschaft überbrachte, nicht weiterspielen zu können, guckte die Berlinerin kurz verdutzt. Dann nahm sie die gebürtige Russin in den Arm und gab ihr ein paar tröstende Worte mit auf den Weg.

«Ich habe im Match vorher nicht gemerkt, dass sie Probleme hatte», sagte Lisicki in der anschließenden Presserunde, die sie trotz ihres bislang sehr erfolgreichen Auftretens auf der von ihr ungeliebten roten Asche nur sehr widerwillig über sich ergehen lässt.

Ansonsten präsentiert sich die deutsche Nummer drei in diesen Tagen aber sehr gelöst. Die Zusammenarbeit mit ihrem Trainer Christopher Kas scheint fruchtbarer zu werden, «man stellt sich immer besser aufeinander ein». Zudem genießt sie die Unterstützung vieler Freunde und Bekannten, am Mittwoch schauten unter anderem Boris Beckers Ehefrau Lilly und Fußballprofi Simon Zoller in der französischen Hauptstadt vorbei. «Man freut sich immer, wenn ein paar Leute da sind», sagte Lisicki in einer ihrer gewohnt knappen Antworten.

Kurz nach der Berlinerin stürmte bei der mit 28,03 Millionen Euro dotierten Veranstaltung auch Beck in die dritte Runde. Die Bonnerin hatte gegen die polnische Qualifikantin Kania, die zuvor Mona Barthel ausgeschaltet hatte, überhaupt keine Mühe und überstand erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier überhaupt die zweite Runde. Beck knüpfte an ihre starke Leistung gegen die an Nummer 14 gesetzte Agnieszka Radwanska an, nach gerade einmal 73 Minuten war das einseitige Match vorbei.

Becker lieferte sich mit Sandplatzspezialist Verdasco dagegen einen packenden Schlagabtausch. Im fünften Satz musste der Davis-Cup-Profi beim Stand von 7:7 einen Breakball abwehren, wenig später nutzte er dann aber seinerseits die Chance zum unerwarteten Erfolg.

Im Schongang kamen Titelverteidigerin Maria Scharapowa und Roger Federer weiter. Die Russin bezwang ihre Landsfrau Witalia Diatschenko mit 6:3, 6:1. Federer gewann gegen Marcel Granollers aus Spanien mit 6:2, 7:6 (7:1), 6:3.