OECD sieht weniger Schwung für Konjunktur

Die OECD hat ihre Wirtschaftsprognose nach dem schwachen Jahresauftakt gesenkt, rechnet aber weiter mit einer schrittweisen Belebung der Welt-Konjunktur. Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sagen für 2015 ein globales Wachstum von 3,1 Prozent voraus.

Das ist ein halber Prozentpunkt weniger als noch im November erwartet. «Das Tempo der Erholung bleibt schwach, und die Investitionen müssen erst noch abheben», sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría in Paris.

Etwas positiver fällt dagegen der Blick auf Deutschland und das Wirtschaftssorgenkind Eurozone aus: Dort hob der Industrieländerclub seine Vorhersagen wie erwartet an. Für das kommende Jahr ist er sogar optimistischer als die Bundesregierung und die EU-Kommission.

So soll die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr trotz der Wachstumsdelle im Winter um 1,8 Prozent zulegen, getragen von höheren Investitionen, mehr Staatsausgaben und konsumfreudigen Bürgern. Für 2016 rechnen die Fachleute dann mit einem Plus von 2,4 Prozent. Berlin ging in seiner Frühjahrsprognose noch von ebenfalls 1,8 Prozent aus, auch viele Wirtschaftswissenschaftler sind vorsichtiger. Erstmals seit einem halben Jahr hatte sich das Ifo-Geschäftsklima im Mai eingetrübt.

Die Senkung des weltweiten Ausblicks führte OECD-Chefökonomin Catherine Mann auf den überraschend miesen Jahresauftakt vor allem in den USA zurück, «das schlechteste Quartal seit der Krise». Dies sei aber vorübergehend. Doch auch wenn der Konjunkturmotor nun an Fahrt gewinnen soll, halten die Autoren die Lage nicht für zufriedenstellend.

Unternehmen scheuten weiterhin vor Investitionen zurück, weil sie nicht sicher seien, ob der Aufschwung anhält. Und Regierungen schöben Infrastruktur-Investitionen auf die lange Bank. «In den meisten Ländern haben sie sogar die Vorteile sehr niedriger Zinsen und niedriger Ölpreise, aber das Investment hat nicht reagiert», sagte OECD-Generalsekretär Gurría.

Es deutet sich aber ein Lichtblick an: Im kommenden Jahr sei in den Industrieländern ein deutliches Investitionsplus zu erwarten, heißt es im Bericht. Auch deshalb geht die Prognose von einem weltweiten Wachstum von 3,8 Prozent aus, das sich somit Ende 2016 langsam dem langfristigen Niveau von vor der Krise nähern würde - mit den entsprechenden positiven Folgen für den Arbeitsmarkt. «Das wird die Weltwirtschaft auf Reisegeschwindigkeit bringen», so Gurrías Hoffnung.