Parlamentswahl in Ukraine beginnt ruhig

Unter einem großem Sicherheitsaufgebot der Polizei und Armee ist in der Ukraine die vorgezogene Parlamentswahl ruhig angelaufen. Die Wahlleitung sprach von einem störungsfreien Start der Abstimmung. Das Sicherheitsaufgebot war mit rund 85 000 Einsatzkräften landesweit massiv.

Parlamentswahl in Ukraine beginnt ruhig
Maurizio Gambarini Parlamentswahl in Ukraine beginnt ruhig

In der Hauptstadt Kiew standen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt viele Menschen schon vor Öffnung der Wahllokale vor den Türen. Die Wahllokale waren mit blau-gelben Nationalflaggen geschmückt.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko machte sich in der von prorussischen Separatisten befreiten ostukrainischen Stadt Kramatorsk nahe der Großstadt Donezk ein Bild vom Verlauf der Abstimmung. Große Teile des Gebiets Donezk werden von Aufständischen kontrolliert und nehmen nicht an der Wahl einer neuen Obersten Rada teil.

Auch auf der im März von Russland einverleibten Schwarzmeerhalbinsel Krim wird nicht abgestimmt. Die prowestliche Führung in Kiew sowie die EU und die USA hoffen, dass die Wahl dazu beiträgt, nach dem Machtwechsel vom Februar die Lage zu stabilisieren.

Als Favorit gilt ein Bündnis von Präsident Poroschenko, auf dessen Liste auch Politiker der Partei Udar (Schlag) des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko antreten. Poroschenko hofft auf ein starkes Mandat für Reformen und zur Fortsetzung seines Westkurses.

Etwa 36 Millionen Menschen sind zur Abstimmung im zweitgrößten Flächenstaat Europas aufgerufen. Kurz nach Schließung der Wahllokale um 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MEZ) werden Prognosen erwartet. Umfragen zufolge werden 7 der 29 kandidierenden Parteien Chancen auf einen Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde eingeräumt.