«Roboter» Froome: Der Brite ist auf Sieg gepolt

Christopher Froome ist schon zwölf Tage vor dem Tour-Finale in Paris seinem zweiten Gesamtsieg nach 2013 ganz nahe. Was macht die enorme Stärke des 29 Jahre alten Briten aus, der nur aus Haut und Knochen zu bestehen scheint?

«Roboter» Froome: Der Brite ist auf Sieg gepolt
Kim Ludbrook «Roboter» Froome: Der Brite ist auf Sieg gepolt

Die Deutsche Presse Agentur listet einige Gründe für die Dominanz des Sky-Kapitäns auf, der die hochkarätige Konkurrenz um Alberto Contador und Vorjahressieger Vincenzo Nibali auf der ersten Pyrenäen-Etappe regelrecht vorgeführt hatte.

Froome wiegt nur rund 69 Kilogramm bei 1,86 Meter Körpergröße und sein Herz pumpt im Hochleistungsbereich mit einer Maximalfrequenz von 168 Schlägen pro Minute. Er hat ein Lungenvolumen von acht Litern, normal wären bei seinen körperlichen Voraussetzungen sechs. Das sind optimale Werte, um im Hochgebirge zu glänzen. Trotz der geringen Muskelmasse reicht seine Kraft, um auch im Zeitfahren zu den Besten zu gehören. Große Hitze - oft ein entscheidender Faktor bei der Tour, unter dem viele leiden - macht ihm nichts aus. Er wuchs in Kenia auf und hat sich früh an hohe Temperaturen gewöhnt.

Froome hat die stärkste Mannschaft der Tour zu seiner Verfügung. Sein persönlicher Bodyguard auf jedem Terrain ist der Australier Richie Porte, der das Team in der kommenden Saison allerdings verlassen wird, um in einer anderen Formation eigenen Interessen als Teamkapitän nachgehen zu können. Im Gesamtklassement waren nach der ersten Pyrenäen-Etappe noch zwei weitere Mannschafts-Kollegen - Porte und Geraint Thomas - unter den Top Ten platziert. Froome ist der uneingeschränkte Chef, keiner macht ihm den Posten streitig. Sein Teammanager Sir Dave Brailsford gilt als höchst kompetenter Lenker.

Im Vergleich zu 2013 und erst recht zu 2014, als er sich fast den Ruf eines Bruchpiloten erarbeitet hatte, wirkt der Brite viel stärker. «Er ist souveräner und kompletter als früher - er ist ein sehr intelligenter Kapitän», lobte ihn sein Chef Brailsford. Auch im manchmal chaotischen Peloton kann er sich behaupten und agiert viel cleverer als früher.

In punkto Trainingsmethodik, Betreuung und - auch medizinischer - Versorgung während der Rennen und Material-Ausstattung liegt die mit geschätzten 20 Millionen Euro pro Saison gesponserte Mannschaft ganz weit vorne. Der Übermannschaft fehlt es an nichts: Nach Etappenende wartet schon in den exklusiven Motor-Homes und dem mobilen Pullman-Restaurant eine Komfortzone.