57 Staaten gründen Asiatische Infrastrukturbank

Bei einer Zeremonie in der Großen Halle des Volkes in Peking ist am Montag die Gründungsakte für den Aufbau der Asiatischen Infrastruktur Investmentbank (AIIB) unterzeichnet worden. An dem internationalen Finanzorgan unter chinesischer Führung beteiligen sich 57 Staaten.

57 Staaten gründen Asiatische Infrastrukturbank
Wang Zhao/Pool 57 Staaten gründen Asiatische Infrastrukturbank

Nach China, Indien und Russland ist Deutschland mit 4,1 Prozent der viertgrößte Geldgeber und das wichtigste Mitgliedsland, das nicht aus Asien stammt.

Die neue Bank hat ein Gründungskapital von 100 Milliarden US-Dollar und soll dem wachsenden Finanzierungsbedarf für Infrastrukturprojekte in Asien nachkommen. Die USA und Japan beteiligen sich nicht an der Bank, die Kritiker als Konkurrenz zur Weltbank oder Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) ansehen. Die neue Bank soll aus Sicht Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs, Italiens oder anderer Mitgliedsstaaten aber vielmehr ergänzend zu bestehenden Finanzorganen und nach hohen internationalen Standards arbeiten.

China hat mit 26,06 Prozent der Anteile eine Mehrheit, die der zweitgrößten Wirtschaftsnation auch ein Veto-Recht einräumt. Indien ist mit 7,5 Prozent und Russland mit 5,9 Prozent dabei, wie informierte Kreise berichteten. Für asiatische Mitglieder sind drei Viertel der Stimmrechte reserviert. Deutschland zahlt 900 Millionen US-Dollar ins Gründungskapital und gibt für den Zeitraum 2016 bis 2019 Kreditgarantien in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar.

Der Präsident der neuen Infrastrukturbank wird aller Voraussicht nach der frühere chinesische Vizefinanzminister Jin Liqun. Er gilt als ausgewiesener Bankexperte und hatte bereits führende Funktionen in der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) inne. Über den Führungsposten und die Besetzung des Direktoriums, das als Aufsichtsorgan funktioniert, wird bis Herbst entschieden. Die in Peking ansässige Bank soll bis Ende des Jahres oder Anfang 2016 ihre Arbeit aufnehmen.