Pentagon: «Dschihadi-John» so gut wie sicher getötet

 Der aus Enthauptungsvideos der Terrormiliz Islamischer Staat berüchtigte Mörder «Dschihadi John» ist nach Angaben des Pentagon so gut wie sicher tot.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte, das Fahrzeug des Extremisten sei bei einem US-Drohnenangriff in Syrien voll getroffen worden. Eine letzte Bestätigung des Todes stehe aus, aber man sei sich «vernünftigerweise sicher». ««Dschihadi John» war so etwas wie das Gesicht des Islamischen Staates», sagte der Sprecher.

Auch nach Angaben des britischen Senders BBC ist «Dschihadi John» bei einem US-Luftangriff sehr wahrscheinlich getötet worden. Das berichtete der Sender unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Militärquellen.

Der britische Premierminister David Cameron bedankte sich bei den USA und betonte, britische Sicherheitskräfte hätten bei der Suche nach dem Briten geholfen. «Dies war ein Akt der Selbstverteidigung und das Richtige, was getan werden konnte.» Falls der Angriff in Syrien erfolgreich gewesen sein sollte, handele es sich «um einen Schlag ins Herz des IS».  

«Dschihadi John» ist eine der bekanntesten Figuren der sunnitischen Extremistengruppe. Er war erstmals in einem Video von der Enthauptung des US-Journalisten James Foley im August 2014 aufgetaucht. Der Brite war an mehreren weiteren Enthauptungen beteiligt. Der Mann trat in den IS-Videos stets vermummt auf und sprach Englisch mit Londoner Akzent.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Tod eines hochrangigen britischen IS-Anführers. Insgesamt seien bei dem Angriff vier ausländische Kämpfer der Extremisten ums Leben gekommen.

Bereits im September hatten britische Militärs drei Briten in Syrien durch Drohnenangriffe getötet. Das Trio hatte sich nach Angaben der Nachrichtenagentur Press Association dem IS angeschlossen.

Emwasi soll zu einer Gruppe von IS-Kämpfern gehören, die aus Großbritannien zu den Extremisten kamen und intern «Die Beatles» genannt werden, wie die US-Zeitung «Washington Post» berichtete. Nach Angaben ehemaliger Gefangener soll er auch die berüchtigte Foltermethode «Waterboarding» - also simuliertes Ertränken - bei IS-Häftlingen angewendet haben.

Die britische BBC hatte im Februar berichtet, Emwasi stamme aus Kuwait und sei jahrelang auf dem Radar des britischen Geheimdienstes gewesen. Dennoch gelang ihm die Ausreise nach Syrien und er konnte zu den Terroristen stoßen.

Die «Washington Post» berichtete damals unter Berufung auf Emwasis früheres Umfeld, er sei in einer bürgerlichen Gegend in London aufgewachsen. Nach einem geplanten Safari-Trip nach Tansania im Mai 2009 habe er sich radikalisiert. Die Reise, die er demnach mit einem deutschen Konvertiten namens Omar und einem weiteren Mann namens Abu Talib unternehmen wollte, sei nie zustande gekommen. Das Trio sei am Flughafen von Daressalam von der Polizei eine Nacht festgehalten und anschließend abgeschoben worden. Die Gründe seien unklar.