Personeller Wandel: VfB ohne Wahler und Kramny in 2. Liga

Schon am Tag nach dem bitteren Abstieg sind zwei Schlüsselfiguren beim VfB Stuttgart Geschichte. Präsident Bernd Wahler verkündete nach dem Absturz in die 2. Fußball-Bundesliga seinen Rücktritt, auch Trainer Jürgen Kramny darf die Schwaben nicht in die Zweitklassigkeit begleiten.

Personeller Wandel: VfB ohne Wahler und Kramny in 2. Liga
Christoph Schmidt Personeller Wandel: VfB ohne Wahler und Kramny in 2. Liga

Der ebenfalls umstrittene Sportvorstand Robin Dutt kann dagegen zumindest vorerst im Amt bleiben.

«Es ist noch immer unfassbar, wir sind abgestiegen. Dafür übernehme ich die Verantwortung», wurde Wahler in einer Mitteilung des Clubs zitiert. «In der Geschichte unseres Vereins war gestern ein schwarzer Tag.» Der 57-Jährige habe sich nach Rücksprache mit dem Aufsichtsrat zu diesem Schritt entschieden. Kramnys Vertrag für die Lizenzspielermannschaft sei mit dem ersten VfB-Abstieg seit 41 Jahren geendet, sagte ein Clubsprecher.

«Ob und in welcher Form Jürgen Kramny nach der Sommerpause für den Verein tätig sein wird, wird in den kommenden Wochen entschieden», hieß es in einer Erklärung. Demnach ist offen, ob Kramny als Trainer zur zweiten Mannschaft des VfB zurückkehrt, die von der dritten Liga in die Regionalliga abgestiegen ist. Ebenfalls unklar ist, wer sein Nachfolger als Cheftrainer wird und wer nun als Präsident auf Wahler folgen soll.

Bis spätestens Ende Mai soll ein Termin für eine ordentliche Mitgliederversammlung bekanntgegeben werden, auf der dann ein neuer Präsident gewählt wird. Dafür wird der Vorstand den Mitgliedern ein bis zwei Kandidaten vorschlagen. Auch die Mitglieder selbst können dem Aufsichtsrat mögliche Kandidaten vorschlagen. Wahler war seit Sommer 2013 VfB-Präsident.

«Über allem steht das Ziel, den VfB Stuttgart personell und strukturell, aber auch wirtschaftlich so auszurichten, dass der schnellstmögliche Wiederaufstieg gelingen kann», heißt es in der Mitteilung weiter.

Als mögliche Kandidaten für den Neuanfang waren zuletzt die Zweitliga-Trainer Alois Schwartz vom SV Sandhausen und Frank Schmidt vom 1. FC Heidenheim gehandelt worden. Beide hatten entsprechende Medienberichte aber dementiert. Auch der ehemalige Trainer von 1899 Hoffenheim, Markus Gisdol, gilt als Kandidat für den Cheftrainerposten in der kommenden Saison.

Nach dem 1:3 beim VfL Wolfsburg war der Abstieg des VfB besiegelt. Weder Wahler noch Dutt hatten die von ihnen angekündigte sportliche Wende bei dem schwäbischen Traditionsclub einleiten können. Seit Jahren schon ging es für den VfB nur noch um den Klassenverbleib in der Bundesliga. In der Kritik standen auch Dutts personelle Entscheidungen. Weder mit dem von ihm geholten Alexander Zorniger noch mit seinem Nachfolger Kramny gelang der sportliche Aufschwung. Stattdessen folgte nun der negative Höhepunkt.