Petkovic nach Wimbledon-Warterei erfolgreich - «stressig»

Noch mit einer Schüssel Reis in der Hand hetzte Deutschlands zweitbeste Tennis-Dame Andrea Petkovic los. Der Regen brachte den Spielplan in Wimbledon auch am Mittwoch kräftig durcheinander, doch auf einmal ging es für die 28-Jährige dann schneller los als erwartet.

Petkovic nach Wimbledon-Warterei erfolgreich - «stressig»
Gerry Penny Petkovic nach Wimbledon-Warterei erfolgreich - «stressig»

So war sie gerade noch mit dem Essen beschäftigt, als sie sich für ihre Erstrunden-Aufgabe bereit machen musste. «Man muss wirklich auf alles vorbereitet sein», berichtete Petkovic nach ihrer nur vier Minuten langen Schicht beim zweiten Teil zum 3:6, 7:5, 6:2-Erfolg über die Japanerin Nao Hibino. «Die Kommunikationspolitik ist sehr spontan, sie kämpfen um jede Minute.»

Immerhin konnte die 28-Jährige froh sein, ihre erste Aufgabe beim berühmtesten Grand-Slam-Turnier der Welt erledigt zu haben, während für viele andere Profis die Wartezeit weiterging. Angespannt sitzt Petkovic in solchen Zwangspausen gewöhnlich in der Umkleidekabine. Alle paar Minuten steht sie auf, um sich zu strecken und zu recken.

«Das gehört irgendwie zu Wimbledon», sagte Petkovic. Sie vertrödelt die Zeit mit Lesen oder Blödeleien mit den Kolleginnen. In den bedeutendsten Wochen der Tennis-Saison herrscht mehr Druck, sagte die Darmstädterin. Dann werde es in den Katakomben auch sarkastisch. Ihr Handy hat sie in der Umkleide nur ausnahmsweise im Blick für Infos über den Zeitplan. «Es war echt stressig für mich, weil ich die Vorhersage kannte - und ich wusste, dass ich fertig werden muss.»

Um bei ihrer am Dienstag unterbrochenen Partie beim Stande von 5:1, 15:40 im dritten Satz aus ihrer Sicht möglichst schnell «auf Touren zu kommen», hatte sich Petkovic extra eine Taktik zurecht gelegt. Ein ausführliches Frühstück - und dann vom Einschlagen direkt auf den Platz. Doch schon beim Training fing es wieder an zu tröpfeln, der Spielbeginn verzögerte sich um rund eine Stunde. Der Plan war dahin. Und sie wusste erst einmal nicht, was sie essen sollte.

Als es auf Platz 17 dann endlich losging, schützte sich die Fed-Cup-Spielerin mit einem langärmeligen Shirt vor Wind und kühlen Temperaturen. Nach einem schwachen Beginn und verlorenem ersten Satz hatte die Hessin das Match am Vortag gedreht. Das Spiel zum 5:2 gab Petkovic bei der Fortsetzung noch ab, dann brachte sie konzentriert ihr eigenes Aufschlagspiel durch.

In der zweiten Runde trifft die French-Open-Halbfinalistin von 2014 auf die Russin Jelena Wesnina. «Das ist auf jeden Fall ein schwieriges Los. «Man sieht, dass sie sich wohlfühlt», sagte Petkovic. Sie selbst musste ihre «Liebe» zu dem grünen Belag erst finden. Noch nie ist sie über die dritte Runde in Wimbledon hinausgekommen. Noch nie hat sie in London die zweite Woche erreicht.

Nun will die einstige Top-Ten-Spielerin ihre Sandplatz-Saison vergessen machen, in der sie es nicht einmal schaffte, zwei Matches nacheinander zu gewinnen. Ihr gewohnter Biss habe gefehlt. Sie habe versucht, vieles spielerisch zu lösen. «Das war bislang nicht so, wie ich mir das gewünscht hatte. Ich war so damit beschäftigt einen auf Roger Federer zu machen, natürlich auf viel niedrigerem Niveau.»