Petkovic und Kerber lassen deutsche Damen hoffen

Im Fed-Cup-Halbfinale zwischen Russland und Deutschland fällt die Entscheidung im abschließenden Doppel. Nach dem 0:2-Rückstand vom Vortag glichen Andrea Petkovic und Angelique Kerber für die deutschen Tennis-Damen zum 2:2 aus.

Kerber gewann in Sotschi gegen Anastasia Pawljutschenkowa 6:1, 6:0. Eine Woche nach ihrem Turniersieg in Charleston verwandelte die 27 Jahre alte Linkshänderin aus Kiel nach 52 Minuten ihren zweiten Matchball.

«Ich war echt nervös am Anfang, aber ich habe die Energie vom Team mitgenommen. Jetzt steht es 2:2 und wir sind wieder da», sagte Kerber. Petkovic hatte sich zuvor gegen die zweimalige Grand-Slam-Turniersiegerin Swetlana Kusnezowa mit 6:2, 6:1 durchgesetzt. Für das Doppel nominierte Bundestrainerin Barbara Rittner kurzfristig Petkovic und Sabine Lisicki. Für die Russinnen spielen Pawljutschenkowa und Jelena Wesnina.

«Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen, als ich gesehen habe, wie die Damen herangehen. Das war grandioser Sport, den beide geboten haben», sagte der deutsche Verbandspräsident Ulrich Klaus. Am Vortag hatten Lisicki und Julia Görges die ersten beiden Einzel verloren.

«Wir wollen in dieses Finale. Ich bin so sicher, dass wir das schaffen werden», sagte Petkovic nach ihrer Weltklasse-Vorstellung gegen Kusnezowa und verfolgte anschließend angespannt die ebenso beeindruckende Vorstellung ihrer Freundin. Kerber ließ der bemitleidenswerten Pawljutschenkowa keine Chance und brauchte keine Stunde für ihren Erfolg. Anschließend sah man das deutsche Team lange debattieren. Bis 16.15 Uhr Ortszeit musste Rittner ihr Doppel melden - um 16.14 Uhr machte sie ihre Entscheidung offiziell.

Rittner hatte zuvor ihre nominellen Spitzenspielerinnen Petkovic und Kerber nicht aufgestellt. Die Weltranglisten-Elfte aus Darmstadt und die Nummer 14 aus Kiel waren nach ihrer knapp sechswöchigen USA-Tournee erst verspätet in der Olympia-Stadt von 2014 eingetroffen und litten unter der Woche noch am Jetlag und der Müdigkeit.

«Ich war körperlich so drüber, ich habe gezittert, aber das ist mir alles egal. Danach lege ich mich dann wahrscheinlich fünf Tage in die Badewanne», sagte Petkovic und betonte: «Körperlich war ich wirklich nicht in Topform, aber ich habe mich mental drin gehalten.»

Gegen Kusnezowa präsentierte sich Petkovic in herausragender Verfassung. Vor 3500 Zuschauern entschied sie vor den Augen von IOC-Präsident Thomas Bach nach 41 Minuten den ersten Satz für sich. Kusnezowa wirkte so genervt, dass sie nach dem ersten Durchgang erst einmal minutenlang in der Kabine verschwand.

Petkovic ließ sich nicht aus der Konzentration bringen, musste im zweiten Satz eine Vitaminpille und Aspirin schlucken. Nach 81 Minuten beendete sie ihre Weltklasse-Vorstellung mit dem zweiten Matchball.