PGP-Erfinder: «Verschlüsselung muss Bürgerpflicht werden»

Jeder Internetnutzer sollte seine E-Mails gesichert verschicken - dazu ruft der Erfinders eines wichtigen Programms zur Mail-Verschlüsselung auf.

«Wenn wir unsere Gesellschaft vor einer schlimmen Zukunft bewahren wollen, muss Verschlüsselung zur Bürgerpflicht werden», sagte Phil Zimmermann «Zeit Online». Zimmermann entwickelte 1991 die Verschlüsselungssoftware PGP («Pretty Good Privacy»), mit der Mail-Nachrichten und andere Inhalte für Außenstehende unlesbar gemacht werden können.

Doch selbst Zimmermann gibt zu, nicht alle seine Nachrichten so zu schützen. Das Problem: Der Empfänger der Botschaft muss ebenfalls mit dem Verschlüsselungsprogramm arbeiten. «Vielen privaten Nutzern ist das zu kompliziert», sagte der 59-Jährige «Zeit Online». Dabei sei Verschlüsselung nicht nur etwas für potenzielle Informanten, sondern für normale Menschen. «Wir brauchen sie für Internetbanking und Onlineeinkäufe, für Telefonate mit unserem Arzt und Gespräche mit Geschäftskollegen.» Die Kommunikation sei ins Internet gewandert. «Und plötzlich kann man ohne Verschlüsselung keine private Konversation mehr führen.»

Jüngsten Medienberichten zufolge können angloamerikanische Geheimdienste viele gängige Verschlüsselungstechniken knacken. Zimmermanns PGP gilt bei Experten weiterhin als sicher.