«Philae» vor Landung auf Kometen

Mit Harpunen zur ersten Landung auf einem Kometen: Nach zehn Jahren im All soll sich das Mini-Labor «Philae» heute von der Raumsonde «Rosetta» lösen und Stunden später auf dem Kometen «67P/Tschurjumow-Gerassimenko» aufsetzen.

«Philae» vor Landung auf Kometen
J._Huart «Philae» vor Landung auf Kometen

Das Manöver wird von der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) als Meilenstein betrachtet. Manche Experten vergleichen es mit der Mondlandung 1969.

«Philae» ist so programmiert, dass bereits beim Abstieg auf den Kometen erste Fotos gemacht werden sollen. Wenn alles nach Plan läuft, feuert «Philae» direkt nach dem Aufsetzen auf dem Landeplatz «Agilkia» zwei Harpunen in den Kometenboden, um sich festzukrallen.

Gesteuert wird «Rosetta» vom Satelliten-Kontrollzentrum Esoc in Darmstadt. Die Sonde ist rund 510 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Sie war 2004 samt «Philae» mit einer Ariane-5-Rakete von der Weltraumstation Kourou in Französisch-Guayana gestartet.

Anlässlich der Landung treffen sich im Kontrollzentrum in Darmstadt viele Verantwortliche der europäischen Raumfahrt. Mit der Mission wollen Wissenschaftler Daten über die Entstehung des Sonnensystems gewinnen; Kometen sollen noch Materie aus dieser Zeit enthalten. Die Forscher erhoffen sich auch Hinweise auf die Entstehung des Lebens, etwa durch den Nachweis von organischen Molekülen wie Aminosäuren.

Nie zuvor gab es eine Landung auf einem Kometen. Allerdings erinnert die «Rosetta»-Mission an ein Projekt Japans: 2005 sammelte die «Hayabusa»-Sonde Asteroiden-Bodenproben und brachte sie zur Erde.