Philips wegen Schadensersatz und schwacher Geschäfte mit Verlust

Der vor der Aufspaltung stehende Elektronikkonzern Philips ist in die roten Zahlen gerutscht.

Im dritten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von 103 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag in Amsterdam mitteilte. Im Vorjahr machte Philips noch 281 Millionen Euro Gewinn.

Vor allem eine Schadensersatzzahlung in den USA schlug ins Kontor: Wegen Patentverletzungen muss Philips knapp 470 Millionen Dollar (370 Mio Euro) berappen. Operativ war es zudem kein glänzendes Quartal. «Unsere Entwicklung war enttäuschend», räumte Konzernchef Frans van Houten am Montag ein.

Die Börse zeigte sich zunächst enttäuscht vom aktuellen Abschneiden der Niederländer. Die Aktie startete schwach und sank um rund 3,5 Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebita) fiel um 16 Prozent auf 536 Millionen Euro. Experten hatten hier 554 Millionen Euro erwartet.

Der Umsatz sank um knapp ein Prozent auf 5,547 Milliarden Euro. Hier machten sich negative Währungseffekte bemerkbar. Die Märkte liefen schwächer, vor allem in Russland und China, sagte Konzernchef van Houten. Für das zweite Halbjahr insgesamt erwartet er eine etwas schwächere operative Entwicklung. Die Gewinnziele für 2014 hatte Philips bereits Ende September kassiert.

Mit einem großen Einschnitt will der 123 Jahre alte Elektronikkonzern nun gegen die Misere ankämpfen und sich in zwei eigenständige Unternehmen aufspalten. Das Geschäft mit Gesundheitstechnik und Konsumelektronik soll dabei verschmolzen werden, die Lichtsparte wird abgespalten und soll 2016 auf eigenen Füßen stehen. Der Prozess werde 12 bis 18 Monate benötigen, hieß es.

Konkurrent Siemens hat bereits seine Licht-Tochter Osram verkauft. In den vergangenen Jahren hatte Philips schon die Unterhaltungselektronik und die TV-Sparte abgestoßen.