Pink: «Vielleicht mache ich eines Tages Jazz»

Die US-Sängerin Pink gilt als schrille Pop-Rockerin, der Kanadier Dallas Green ist als Songschreiber mit akustischem Folk bekannt geworden.

Pink: «Vielleicht mache ich eines Tages Jazz»
Tobias Hase Pink: «Vielleicht mache ich eines Tages Jazz»

Zusammen haben die beiden jetzt das Duo You+Me gegründet und gerade ihre erste Platte «roseave.» herausgebracht - ein Folk-Album, das eine ganz andere, ruhige und nachdenkliche Seite der Sängerin zeigt.

Diese Seite habe schon immer in ihr dringesteckt, sagt Pink, die mit bürgerlichem Namen Alecia Moore heißt, im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Gemeinsam mit Green erzählt sie von der Entstehung des Albums und Zukunftsplänen.

Frage: Wie kamen Sie auf die Idee zusammenzuarbeiten?

Pink: Das war meine geniale Idee. Ich liebe Dallas mehr als ich jemals in Worten ausdrücken könnte. Ich dachte, vielleicht habe ich Glück und kann ihn überzeugen, mit mir zu singen. Ich höre häufig «nein» wegen der Popstar-Sache. Aber Dallas hat keine Angst davor, was andere Leute denken.

Frage: Dallas, Sie hatten vorher noch nie gemeinsam mit jemand anderem Lieder geschrieben. Warum nicht?

Green: Das lag nicht daran, dass ich nicht wollte, sondern daran, dass mich vorher nie jemand gefragt hat und ich niemandem genug vertraut habe, um zu fragen. Als Alecia mich gefragt hat, habe ich ja gesagt, weil ich sie als Person sehr gern mag. Ich wusste, dass das eine tolle Basis ist, abgesehen davon, dass sie eine tolle Sängerin und Performerin ist.

Frage: Was war das Besondere an Ihrer Zusammenarbeit?

Pink: Wir hatten diesen Frieden, weil niemand von dem Projekt wusste. Es gab keinen Auftrag, keinen Plan, gar nichts, es war unser kleines Geheimnis. Es war sehr egoistisch, auf eine gute Weise. Es war einfach eine tolle Woche mit meinem Kumpel. 

Frage: Hätten Sie vor zehn Jahren erwartet, dass Sie mal ein Folk-Album machen würden?

Pink: Ich habe schon seit meiner Kindheit Janis Joplin gecovered. Angefangen zu singen habe ich mit meinem Vater, der ein Folk-Musiker war. Ich denke, wenn Leute das Wort «Pink» hören, denken sie an Peitschen und Ketten, an magische Dinge mit dreckigen Schimpfwörtern, an eine große, laute, wütende Frau. Aber Leute, die sich wirklich für mich interessieren, sehen viel mehr in mir. Ich denke, ich präsentiere mich wütender als ich bin.

Frage: Das Album ist viel ruhiger geworden als das meiste davon, was Sie vorher produziert haben. Ist das die natürliche Konsequenz davon, dass Sie langsam erwachsen werden?

Pink: Wagen Sie es nicht, ich werde niemals erwachsen! Ein Teil meiner Lieder war immer ruhig und nachdenklich. Offensichtlich habe ich es aber schwer, meine Plattenfirma davon zu überzeugen, diese als erste Single herauszubringen. Das ist ein großer Teil von dem, was mich ausmacht, so bin ich mit meinem Vater aufgewachsen. Ich weiß nicht, was die Zukunft mit uns vorhat, ich werde weiter meinem Herzen folgen. Vielleicht mache ich eines Tages Jazz oder Heavy Metal.

Frage: Hören Sie sich Ihr Album manchmal selbst an?

Pink: Ja, ich bin so selbstverliebt, ich liebe dieses Album. Ich höre es selbst auf dem Laufband. Ich weiß, ich spinne.

Green: Ich höre mir das Album gern an, weil ich ausblenden kann, was ich singe, und Alecias Teile mitsinge. Ich bin sehr selbstkritisch und es fällt mir schwer, stolz auf mich zu sein, aber weil ich es mit jemandem zusammen gemacht habe, geht das. Das ist toll.

ZUR PERSON: Die US-Sängerin Pink (35) feierte mit Pop-Rock-Alben wie «Misundaztood» (2001) oder «Funhouse» (2008) Welterfolge. Sie wurde mehrfach mit Grammys ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Ehemann Carey Hart und ihrer Tochter Willow Sage (3) in Kalifornien. Der kanadische Singer-Songwriter Dallas Green (34) war bis vor wenigen Jahren Gitarrist der Post-Hardcore-Band Alexisonfire. Unter dem Namen City and Color veröffentlichte er Solo-Alben. Zusammen gründeten Pink und Green You+Me. Ihr erstes Album «roseave.» ist kürzlich erschienen.