Pistorius muss für fünf Jahre ins Gefängnis

Für die fahrlässige Erschießung seiner Freundin ist der südafrikanische Paralympics-Star Oscar Pistorius zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Ermittlung des Strafmaßes war nach Angaben seiner Richterin keine "einfache Sache".

Richterin: Strafmaß im Pistorius-Prozess keine einfache Sache
Themba Hadebe/Pool Richterin: Strafmaß im Pistorius-Prozess keine einfache Sache

Nicht nur das Handeln von Pistorius bei der fahrlässigen Erschießung seiner Freundin Reeva Steenkamp vor rund 20 Monaten sei zu beurteilen gewesen. Auch weitere Gesichtspunkte spielten eine Rolle, sagte Richterin Thokozile Masipa am Dienstag in ihren Erläuterungen vor der mit Spannung erwarteten Verkündung des konkreten Strafmaßes. Fernsehstationen aus aller Welt übertrugen live aus dem Gericht.

Auch das Interesse der Öffentlichkeit an einer angemessenen Strafe sei zu berücksichtigen gewesen, sagte Masipa vor dem Obersten Gericht in Pretoria. Die Entscheidung über das Strafmaß habe bei ihr gelegen und sei von ihr allein getroffen worden, fügte sie hinzu. Die Richterin führte zudem mehrere frühere Gerichtsverfahren und Urteile an, die von ihr zum Vergleich herangezogen worden seien.

Pistorius hörte angespannt zu. Er trug einen dunklen Anzug und - wie stets in dem mehr als siebenmonatigen Prozess - einen schwarzen Schlips zum Zeichen der Trauer um seine Freundin.

Der Prothesen-Sprinter hatte das 29-jährige Model in der Nacht zum Valentinstag 2013 erschossen und erklärt, sie mit einem Einbrecher verwechselt zu haben. Richterin Masipa akzeptierte dies. Sie wies die Mordanklage gegen Pistorius am 12. September zurück und sprach ihn stattdessen lediglich der fahrlässigen Tötung schuldig.

Die Staatsanwaltschaft hatte mindestens zehn Jahre Gefängnis gefordert. Die Verteidigung machte hingegen mildernde Umstände geltend und beantragte, dem Behindertensportler das Gefängnis zu ersparen und ihm stattdessen Hausarrest sowie gemeinnützige Arbeit aufzuerlegen.