Pizarro mit Werder-Rekord bei 1:1 gegen Mainz

Werder Bremens Coach Viktor Skripnik und sein Mainzer Kollege Martin Schmidt waren nach dem umkämpften 1:1 (1:1) unzufrieden. Die Gastgeber verpassten einen wichtigen Schritt aus der Abstiegszone der Fußball-Bundesliga.

Pizarro mit Werder-Rekord bei 1:1 gegen Mainz
Carmen Jaspersen Pizarro mit Werder-Rekord bei 1:1 gegen Mainz

«Von der Tabellensituation ist das zu wenig, aber wir haben Fußball gespielt», sagte Skripnik und ergänzte in Richtung seines Gegenübers: «Ich hoffe, nächste Saison sehen wir uns wieder».

Für Aufregung sorgte in der hektischen Partie eine Kopf-ab-Geste von Bremens Abwehrspieler Papy Djilobodji nach einem Zweikampf mit Pablo De Blasis. Der Innenverteidiger fuhr sich mit dem Finger an der Kehle entlang und blickte auf seinen am Boden liegenden Gegenspieler hinab.

«Das ist eine emotionale Sache, er ist ein afrikanischer Typ», meinte Skripnik über den Senegalesen. Falls das Sportgericht ermitteln werde, wolle er jede Entscheidung akzeptieren. «Solche Gesten sollte man lassen, weil man weiß, dass die Kamera alles einfängt», sagte Werders Geschäftsführer Thomas Eichin bei Sky. «Ich befürchte nichts, wir haben genug Ermittlungsverfahren gehabt. Wir brauchen nicht wegen jeder Aktion ein Ermittlungsverfahren»

Vor 38 416 Zuschauern im Weserstadion gingen die Rheinhessen am Samstag durch Julian Baumgartlinger (38. Minute) in Führung. Toptorjäger Claudio Pizarro (45.+3) glich mit seinem 101. Tor für Werder aus und stellte den Vereinsrekord des Aufsichtsratschefs Marco Bode ein. Mit zehn Treffern in der Rückrunde ist der 37-jährige Peruaner der Erfolgsgarant für die abstiegsgefährdeten Bremer.

Mainz mit nun 41 Punkten verpasste die Chance, seine internationalen Ambitionen zu untermauern. «Das war ein turbulentes, hart umkämpftes Spiel, beide Teams haben sich verausgabt», betonte Schmidt, der nicht ganz unglücklich über den einen Zähler nach Hause fuhr. In der Länderspielpause werde man am Offensivspiel arbeiten.

Die Situation für Werder bleibt mit nur 28 Zählern angespannt. Zwar kurbelte Pizarro, der mit einer Muskelzerrung beim 0:5 bei Bayern München gefehlt hatte, das Angriffsspiel an. Die Chancen wurden aber nicht genutzt, daran konnten die beiden Leistungsträger Clemens Fritz und Zlatko Junuzovic nach Ablauf ihrer Gelb-Sperren nichts ändern.

Die Mainzer überließen Werder aber die Initiative und verlegten sich aufs Kontern. Der schnelle Yunus Malli (27.) wurde dabei zunächst von Florian Grillitsch gebremst, gab dann aber die gute Vorlage zur Führung von Baumgartlinger. Der Treffer fiel nach einem Foul des FSV-Kapitäns an Fritz, das Schiedsrichter Manuel Gräfe aber nicht ahndete. Damit bleiben die Norddeutschen auch im 27. Liga-Spiel der Saison nicht ohne Gegentor.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte musste der Spielleiter erneut auf den Elfmeterpunkt zeigen, nachdem Baumgartlinger seinen österreichischen Landsmann Junuzovic zu Fall gebracht hatte. Pizarro verwandelte sicher.

Werder machte Druck in den zweiten 45 Minuten und wollte den dritten Heimsieg erzwingen. Junuzovic, der sich zuvor bei einem Zweikampf mit Karius an der Hand verletzt hatte, schoss in der 52. Minute nur knapp am Gehäuse vorbei. Danny Latza (58.) vergab im Gegenzug eine große Möglichkeit, als er den Ball am Tor von Felix Wiedwald vorbei zirkelte. In der Schlussoffensive verpassten Fritz (82.) und Theodor Gebre Selassie (85.) die Entscheidung für Werder. Auf den Stadionbesuch verzichtet hatte der künftige 05-Manager und bisherige Bremer Sportdirektor Rouven Schröder.