Plädoyers im Polanski-Prozess begonnen

Mit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft ist der Prozess um eine mögliche Auslieferung von Regisseur Roman Polanski vor dem Bezirksgericht Krakau in die Schlussphase getreten. Eine Entscheidung des Gerichts wird noch am Freitagnachmittag erwartet.

Plädoyers im Polanski-Prozess begonnen
Jacek Bednarczyk Plädoyers im Polanski-Prozess begonnen

Die US-Justiz hatte von Polen eine Auslieferung Polanskis wegen eines Sexualverbrechens in den 70er Jahren beantragt. Der Regisseur besitzt die polnische und die französische Staatsbürgerschaft.

Polanski selbst war nicht im Gerichtssaal anwesend. Jan Olszewski, einer der Anwälte des Star-Regisseurs («Der Pianist», «Rosemarys Baby»), sagte, die Verhandlung sei für Polanski «emotional zu belastend». Er stellte jedoch in Aussicht, dass sich der 82-Jährige nach dem Verfahren äußern will.

Polens Justizminister Borys Budka warnte davor, den Fall Polanski noch vor einem Urteil zu kommentieren. Mehrere Politiker der Nationalkonservativen, die am Sonntag die Parlamentswahl gewonnen hatten, hatten sich gegen eine «Schonung» Polanskis wegen seines Prominentenstatus ausgesprochen.

Lässt das Gericht eine Auslieferung zu, liegt die endgültige Entscheidung beim künftigen Justizminister. Allerdings können beide Seiten noch in Berufung gehen. «Die Auslieferung eines polnischen Bürgers ist das letzte Mittel», sagte Budka am Freitag im polnischen Rundfunk. Er erinnerte daran, dass Polen erst in Anpassung an europäisches Recht die Auslieferung seiner Staatsbürger möglich machte.