Plan-Chefin: «Wiederaufbau nach Tsunami hat gut funktioniert»

Der Wiederaufbau nach dem verheerenden Tsunami vor zehn Jahren hat nach Ansicht von Plan-Chefin Maike Röttger in Indonesien gut funktioniert.

Plan-Chefin: «Wiederaufbau nach Tsunami hat gut funktioniert»
Hotli Simanjuntak Plan-Chefin: «Wiederaufbau nach Tsunami hat gut funktioniert»

«Die Menschen in der am schwersten betroffenen Region Aceh im Norden Sumatras haben einen guten Weg gefunden, mit den Folgen der Katastrophe umzugehen», sagte Röttger der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Die Häuser seien nun teilweise so gebaut, dass das Wasser hindurchfließen könne, es gebe überall Evakuierungszeichen und -wege, Wälder seien wieder aufgeforstet. «Die Menschen wären heute sicherlich besser vorbereitet auf einen Tsunami als damals.»

Es gibt demnach ein Museum, in dem der Opfer gedacht wird, und zwei Schiffe, die ins Landesinnere geschwemmt wurden, sind heute Gedenkstätten. «Die Menschen, die vor zehn Jahren noch sehr isoliert waren, sind offener geworden», sagte die Geschäftsführerin des Kinderhilfswerks nach ihrem Besuch vor Ort. Der Tsunami im Indischen Ozean traf die abgeschottete, vom Bürgerkrieg gezeichnete Region am 26. Dezember 2004 besonders heftig. Insgesamt starben in Indonesien damals mehr als 130 000 Menschen, 37 000 werden bis heute vermisst.

Die Kinderhilfsorganisation war als eine der ersten vor Ort. In Aceh baute Plan Schulen, Kindergärten und Wohnhäuser wieder auf, führte Gesundheitsprogramme durch und versorgte die Flut-Opfer mit neuen Trinkwassersystemen. Mehr als 21 000 Kinder und ihre Eltern erhielten nach dem Unglück Hilfe zur Traumabewältigung. «Wir haben sogenannte Kinderschutzbereiche geschaffen, in denen Mädchen und Jungen wieder ein Stück Normalität erleben konnten.» Beim Schulaufbau durften die Kinder ihre Vorstellungen miteinbringen: So gibt es jetzt Bäume auf dem Schulhof, einen überdachten Gebetsplatz und eine Sitzecke.

Durch die Katastrophe hätten die internationalen Hilfsorganisationen gelernt, noch besser und enger mit Regierungen zusammenzuarbeiten, sagte Röttger. «Das passiert heute meist unter dem Dach der UNO in sogenannten Clustern, um dann so wirkungsvoll und schnell wie möglich die Hilfe umzusetzen.» Das habe sich zum Beispiel im vergangenen Jahr beim Taifun Haiyan auf den Philippinen bewährt, wo die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen gut funktioniert habe.