Plattfuß: Rosberg am Ende Dritter - Ricciardo top

Nach einem Plattfuß durch einen Gullideckel hat Nico Rosberg beim Einfahren für den Formel-1-Klassiker auch noch zwei Rivalen den Vortritt lassen müssen.

Plattfuß: Rosberg am Ende Dritter - Ricciardo top
Srdjan Suki Plattfuß: Rosberg am Ende Dritter - Ricciardo top

Mit einem neuen Motor im Red Bull sicherte sich Daniel Ricciardo mit deutlichem Vorsprung die Tagesbestzeit beim Training zum Großen Preis von Monaco. Daran konnte auch der am Morgen noch Erstplatzierte Lewis Hamilton nichts ändern. Der Rosberg-Teamkollege kam im Silberpfeil in der Endabrechnung auf den zweiten Platz. Dritter wurde Rosberg.

Für dessen Landsmann Sebastian Vettel lief der Donnerstag im Fürstentum alles andere als glanzvoll: Nach dem aufbauenden dritten Rang am Vormittag demolierte er bei einem Fahrfehler den Heckflügel seines Ferraris. Mehr als Platz neun in der zweiten Session war für den viermaligen Weltmeister nicht drin. Die Hoffnungen auf den ersten Ferrari-Sieg in Monte Carlo seit Michael Schumacher vor 15 Jahren wurden gedämpft.

Stattdessen bestätigte sich, dass die Red Bulls mit Ricciardo und dem Spanien-Sieger Max Verstappen mehr als nur zu beachten sind. Der 18 Jahre alte Niederländer, der im Gegensatz zu Ricciardo noch nicht das neue Triebwerk in seinem Red Bull hat, fuhr auf Platz vier am Nachmittag.

Am Morgen hatte Hamilton Platz eins erobert vor Rosberg und Vettel. Schon da wurde aber deutlich: Mit den in Barcelona starken Red Bulls ist erst recht in Monte Carlo zu rechnen. Ricciardo und Verstappen hatten die Plätze vier und fünf belegt. Pech hatte Rosberg in der Einheit: Kurz vor Schluss holte er sich an seinem Silberpfeil durch einen Gullideckel einen Platten. Gemächlich rollend bewegte er seinen Wagen zum Reifenwechsel in die Box, diese Einheit war an Hamilton gegangen. Der Vorsprung des Briten auf seinen deutschen Teamwidersacher: 0,101 Sekunden.

Auch am Nachmittag unter perfekten Bedingungen an der Côte d'Azur mit Sonnenschein und 20 Grad Außentemperatur kam Rosberg nicht an den Schnellsten und auch nicht an Hamilton ran. Als einziger am gesamten Tag blieb Ricciardo in 1:14,607 Minuten auf dem 3,337 Kilometer langen Kurs unter 1:15 Minuten. Wie stark die Zeit ist, zeigt der Vergleich mit der Rundenzeit von Hamilton zur Pole im vergangenen Jahr: Der Brite hatte damals 1:15,098 Minuten benötigt.

Vettel zerstörte seinen Versuch auf eine Topzeit auf den ultrasoften Reifen am Nachmittag zunächst selbst. Nach einem Fahrfehler touchierte er mit dem Heck seines Ferrari die Leitplanken, ein neuer Flügel musste an den Wagen.

Er war allerdings bei weitem nicht der einzige Pilot, der auf dem schmalen Kurs mit seinen 19 Kurven seinen Wagen mehr oder weniger demolierte: Den Anfang hatte Felipe Massa am Morgen gemacht im Williams, es folgten im weiteren Tagesverlauf Jolyon Palmer von Renault und dessen Teamkollege Kevin Magnussen, Rio Haryanto im Manor, Romain Grosjean im Haas folgten. Schadlos hielten sich immerhin Nico Hülkenberg im Force India (7. und 11.) und Pascal Wehrlein. Der DTM-Champion des Vorjahres zierte im Manor allerdings in beiden Einheiten das Tabellenende.

Ohne das Safety Car ist auch das Rennen an diesem Sonntag (14.00 Uhr) schwer vorstellbar. Allein auf zehn Einsätze in den vergangenen fünf Jahren kam Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer. Zudem sind für den Sonntag leichte Schauer vorhergesagt. Dabei gilt vor allem für das Silberpfeil-Duo nach dem Crash von Barcelona: bloß kein Déjà-vu!

Nachdem Rosbergs saisonübergreifende Siegesserie durch das vorzeitige Aus in Spanien riss, will er nun seine Monaco-Serie aber unbedingt fortsetzen. 2013, 2014 und 2015 gewann er in seiner Wahlheimat. Hamilton, der ebenfalls in Monaco residiert, schaffte bislang nur 2008 den Sieg. Im vergangenen Jahr wurde er durch eine taktische Fehlentscheidung vom Team um den sicher geglaubten Erfolg gebracht.