Pläne für AfD-Reform: Lucke bekommt Unterstützung von Henkel

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Hans-Olaf Henkel stellt sich hinter Parteichef Bernd Lucke und dessen Pläne, sich allein den Posten des Vorsitzenden zu sichern.

Die Partei gebe zurzeit oft ein schlechtes Bild ab, weil die bislang drei Sprecher Gegensätzliches von sich gäben, sagte Henkel dem «Tagesspiegel am Sonntag». Dieses Modell habe sich «nachhaltig nicht bewährt».

«Die Kakophonie der letzten Wochen liefert den Beweis dafür, dass Lucke richtig liegt», sagte Henkel. Kein Orchester werde von drei Dirigenten geleitet, kein Fußballverein von drei Cheftrainern. Im übrigen müsse die Mitunterzeichnerin eines Protestbriefes an Lucke, Frauke Petry, erklären, warum die AfD in 15 von 16 Landesverbänden mit einem Vorsitzenden auskomme - unter anderem in dem von ihr geführten in Sachsen -, ihr das auf Bundesebene aber als unzumutbar erscheine.

Führende AfD-Mitglieder hatten Lucke aufgefordert, seine Pläne für eine Ein-Mann-Parteispitze zu begraben. In ihrem Schreiben drücken die Vorstandsmitglieder Petry, Konrad Adam und Alexander Gauland, NRW-Landeschef Marcus Pretzell und die Europaabgeordnete Beatrix von Storch ihre Verärgerung über Luckes «Alleingang» aus. Bislang teilt sich dieser den Vorsitz mit Adam und Petry.