Plötzlich Pflichtspiel für DFB-Elf gegen Georgien

Der Weltmeister-Bus verließ das Aviva-Stadium mit eingeschalteten Warnblinkern. Alarmzeichen für den Endspurt in der EM-Qualifikation wollten aber weder Bundestrainer Joachim Löw noch seine von den irischen Außenseitern geschlagenen Nationalspieler erkennen.

Plötzlich Pflichtspiel für DFB-Elf gegen Georgien
Peter Kneffel Plötzlich Pflichtspiel für DFB-Elf gegen Georgien

«Das war eine der unnötigsten Niederlagen, die wir hinnehmen mussten in den letzten Jahren», monierte Löw den ungenügenden Auftritt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beim historischen 0:1 an der Landsdowne Road. Das eigentlich schon auf der Grünen Insel avisierte EM-Ticket muss nun am Sonntag (20.45 Uhr) in Leipzig beim Nachsitzen gegen Georgien gelöst werden. «Die Ausgangssituation ist klar. Wir wollen das Spiel gegen Georgien gewinnen und uns qualifizieren», sagte Löw, der die erste Pflichtspielniederlage gegen die wackeren, aber biederen Iren «erstmal verarbeiten» musste.

Für die nächste Titelmission im kommenden Sommer in Frankreich reicht dem DFB-Team ein Remis gegen Georgien. Mit 19 Punkten führt Deutschland die Gruppe D vor den mit je 18 Zählern punktgleichen Polen und Iren weiter an, die am Sonntag aufeinandertreffen. Der schlechtere direkte Vergleich gegen beide verbliebenen Kontrahenten erfordert aber noch mal einen letzten Qualifikationskraftakt gegen die abgeschlagenen Georgier. Ein Showdown am letzten Spieltag war unter Chefcoach Löw bislang noch nie nötig gewesen.

Jede Sorge vor einem Scheitern, sprich einer Niederlage auch gegen Georgien, die den Umweg über die Playoffs als Gruppendritter nötig machen würde, wischten die Protagonisten bei Seite. «Man sollte nur nicht denken, dass Ding ist schon durch. Das wäre auf jeden Fall der falsche Gedanke. Aber ich glaube nicht, dass wir das tun. Wir haben eine Mannschaft, die in den Pflichtspielen sehr konzentriert und engagiert spielt. Und das werden wir am Sonntag auch machen», versprach Mats Hummels, der beim Treffer von Joker Shane Long (70.) wie Jonas Hector zu spät reagiert hatte.

Das Gegentor wurmte auch Löw mächtig. «Wir müssen bei so einem Gegner ein Tor erzielen und dürfen keinen Fehler machen. Irland spielt 100 lange Bälle. 99 Mal haben wir alles richtig gemacht. Einmal nicht», sagte der Bundestrainer. Generell wurden Löws Vorgaben nicht ausreichend umgesetzt. «Wir waren überlegen, aber wir haben aus der Dominanz nichts gemacht. Wir haben ein bisschen zu pomadig, zu langsam gespielt. Das war dann im Laufe des Spiels manchmal zu wenig», sagte Löw.

Gegen Georgien muss der Bundestrainer definitiv ohne Mario Götze auskommen, der wegen seiner Aduktorenverletzung eventuell sogar längerfristig pausieren muss. Fraglich ist erneut ein Einsatz von Kapitän Bastian Schweinsteiger, der schon in Dublin wegen Leistenproblemen auf Anraten der Ärzte nicht spielte. «Es wird absolut eng bis Sonntag. Im Moment sieht es eher so aus, als könnte er nicht spielen», sagte Löw.