Podolski bei Inter zunächst auf die Bank

Nach langem Warten kam für Lukas Podolski doch noch die ersehnte erste Erlaubnis. Am Montag durfte der Nationalstürmer seine Trainingspremiere bei Inter Mailand geben, einen Tag später könnte der Weltmeister gegen Meister Juventus Turin schon für seinen neuen Club auflaufen.

«Wenn der Transfer bis dahin perfekt ist, wird er auf der Bank sitzen», sagte Trainer Roberto Mancini. Zuvor waren die meisten Hürden für die Leihe des 29-Jährigen vom FC Arsenal nach Italien aus dem Weg geräumt worden, lediglich die letzte offizielle Bestätigung des Clubs fehlte am Nachmittag noch immer. Italienischen Medien zufolge soll er einen Vertrag über sechs Monate unterschrieben haben.

Zu Beginn war für Podolski alles ganz schnell gegangen: Begeisterter Empfang durch die Fans in Mailand, Medizincheck, das erste Treffen mit Mancini. Doch dann bremste die Bürokratie den 121-maligen Nationalspieler aus, wegen einer fehlenden Bescheinigung konnte er am Wochenende noch nicht mit der Mannschaft trainieren. Mancini setzt trotzdem große Hoffnungen in seinen Neuzugang: «Podolski ist 29 Jahre alt und hat viel Erfahrung, er ist ein Spieler, der uns sehr weiterhelfen kann», lobte er. Für sechs Monate bis zum Saisonende soll der deutsche Weltmeister nach Italien ausgeliehen werden.

Der frühere deutsche Bundestrainer Jürgen Klinsmann traut Podolski bei seinem neuen Club eine wichtige Rolle zu. «Er macht aus wenigen Chancen seine Tore, ist abgebrüht, liest das Spiel voraus und kann sich dort schnell akklimatisieren», sagte der heutige US-Nationalcoach der «Bild»-Zeitung (Montag). Der 50-jährige Klinsmann hatte selbst von 1989 bis 1992 bei Inter Mailand gespielt.

Auch der ehemalige Inter-Profi Andreas Brehme, gemeinsam mit Klinsmann 1990 Weltmeister in Italien, hält den Wechsel für die richtige Entscheidung. «Meiner Meinung nach hat er genau das Richtige gemacht, diese Entscheidung zu treffen und etwas zu riskieren. Die Meisterschaft und das Land zu wechseln wird ihm gut tun», sagte der Fußball-Weltmeister von 1990 dem «Corriere dello Sport» (Montag).

Nach dem öffentlichen Zwist um eine vermeintlich zu geringe Fokussierung auf den Fußball schlug auch Lothar Matthäus versöhnliche Töne an. Für Podolski sei der Wechsel «eine große Möglichkeit bei einem namhaften Club wieder regelmäßig zu spielen», sagte der Rekord-Nationalspieler der Deutschen Presse-Agentur. «Dies war bei Arsenal leider nicht der Fall. Somit ein wesentlicher Schritt für Lukas wieder auf die Einsatzzeiten zu kommen, die er braucht - ich wünsche ihm das notwendige Glück und viel Erfolg in Mailand.»

Der italienische Traditionsclub, nach einer bislang enttäuschenden Saison nur Tabellenelfter in der Serie A, hofft mit Podolski noch einmal in den Kampf um die internationalen Plätze eingreifen zu können. Schon gegen Rekordmeister Juve will der Club Punkte dafür einfahren. «Es wird eine harte und schwere Partie», sagte Mancini. «Um zu gewinnen, müssen wir ein wirklich perfektes Spiel zeigen.»

Neben Podolski will sich der Club im Winter weiter verstärken und ist laut Medienberichten auch an Xherdan Shaqiri vom FC Bayern München interessiert. «Er ist ein junger Spieler, der sicherlich zu uns passen würde», lobte Mancini den Schweizer Nationalspieler.