Podolskis Inter nur noch Mittelmaß

Für Lukas Podolski ist sein neuer Club Inter Mailand noch immer «ruhmreich und weltbekannt» - trotz der Durststrecke der vergangenen Jahre und einem Mittelfeldplatz in der Serie A.

Podolskis Inter nur noch Mittelmaß
Matteo Bazzi Podolskis Inter nur noch Mittelmaß

Mit Legenden wie Ronaldo, Javier Zanetti oder Lothar Matthäus, 18 Meistertiteln und drei Siegen in der europäischen Königsklasse blickt der neue Verein des deutschen Fußball-Nationalspielers auf eine glanzvolle Vergangenheit zurück. Doch in der Gegenwart sind die internationalen Ränge in der Serie A für den Traditionsclub nach knapp der Hälfte der Saison weit weg.

Zwar prophezeite der frühere Inter-Profi Andreas Brehme, Podolski komme in eine «großartige Mannschaft», allerdings tut sich das Team um den neuen Trainer Roberto Mancini nach einem Umbruch ohne Größen wie Zanetti, Diego Milito oder Esteban Cambiasso in dieser Saison extrem schwer. Der Club kassierte die meisten Gegentore aller Spitzenteams in Italien, auch der Trainerwechsel von Walter Mazzarri zu Mancini im November hatte nicht den gewünschten Effekt.

Vor dem ersten Spiel nach der Verpflichtung Podolskis gegen Juventus Turin schaute sich der Club daher nach weiteren Neuverpflichtungen um. Im Gespräch waren weiterhin Xherdan Shaqiri vom FC Bayern oder der Argentinier Ezequiel Lavezzi. Das nötige Geld dafür soll der Indonesier Erick Thohir liefern. Der Investor übernahm den Verein im November 2013, doch bislang fremdeln der kühle Asiat und die temperamentvollen Italiener eher noch miteinander - und auch die angepeilten Erfolge blieben aus.

2010 gewann Inter Mailand unter José Mourinho das Triple aus Pokal, Meisterschaft und Champions League. Seitdem erlebte der Club mit den Plätzen zwei, sechs, neun und fünf in der Serie A sowie ohne internationale Erfolge einen Absturz wie auch andere italienische Traditionsclubs, etwa der AC Mailand. Hoffnung macht den Fans aber, dass Inter in seiner langen Historie schon öfter Phasen ohne Titel durchstehen musste, etwa Mitte der 80er Jahre.

Auch für den 121-maligen Nationalspieler Podolski erscheint der Wechsel nach Stationen beim FC Arsenal und Bayern München als ein Abstieg. «Mannschaften wie Milan oder Inter, die in den Neunziger Jahren Fußballgeschichte geschrieben haben, haben an Glanz und Attraktivität verloren», urteilte der frühere Inter-Profi Matthäus. «Deshalb spielen die Topspieler nicht mehr in Italien, sondern in Deutschland, England oder Spanien.»

Doch Podolski, der sich bei Arsenal über mangelnde Einsatzzeiten beklagt hatte, könnte bei Inter schnell zum Stammspieler werden und damit auch seine Chancen im Kampf um einen Platz in der Nationalelf verbessern. Der achte Deutsche bei der Nerazzurri (Schwarzblauen) formulierte eines seiner Ziele vor seinem neuen Abenteuer in Italien ganz klar: «Ich hoffe, eines Tages zu den Club-Legenden wie Ronaldo, Zanetti, Klinsmann, Brehme, Matthäus und viele andere zu zählen.»