Polizei legt im Fall Maddie McCann neue Phantombilder vor

Nach neuen Erkenntnissen im Fall des seit Jahren vermissten Mädchens Madeleine McCann hat die britische Polizei Phantombilder mehrerer Männer veröffentlicht. Im Fokus steht ein Mann, der am Abend von Maddies Verschwinden aus einer Ferienanlage in Portugal mit einem Kind auf dem Arm beobachtet worden sein soll.

Zahlreiche bereits bekannte Zeugenaussagen und Hinweise erschienen nach einer Überprüfung der Ermittlungen in Portugal nun in einem neuen Licht, erklärte Scotland Yard am Montag vor der Ausstrahlung einer BBC-Fernsehsendung. Auch in Deutschland und den Niederlanden gibt es in dieser Woche TV-Fahndungen, von denen die Ermittler sich einen Durchbruch erhoffen.

Der gesuchte Mann soll am Abend des 3. Mai 2007 in Praia da Luz ein blondes Kind im Alter von drei bis vier Jahren zum Strand getragen haben. Dieses soll möglicherweise mit einem Schlafanzug bekleidet gewesen sein, wie Zeugen berichteten.

Zudem hoffen die Beamten herauszubekommen, ob es sich bei Zeugenberichten über hellblonde Männer um ein und denselben Mann handelt oder um verschiedene. Viermal waren am Tag des Verschwindens von Madeleine einer oder mehrere Männer dabei beobachtet worden, wie sie an Türen Spenden sammelten. Auch diese sucht die Polizei.

Festgestellt habe man zudem, dass es in den Wochen vor dem Urlaub der McCanns in der Anlage zahlreiche Einbrüche gegeben habe. Für Hinweise, die zur Lösung des Falls führen, hat Scotland Yard 20 000 Pfund (23 600 Euro) als Belohnung ausgeschrieben.

In der BBC-Sendung «Crimewatch» am Montagabend sollte eine detaillierte 25-minütige Rekonstruktion des Falls gezeigt werden. Scotland Yard hat bisherige Unterlagen nochmals durchforstet.

Am Mittwoch geht es im ZDF-Magazin «Aktenzeichen XY» um den Fall Maddie. Zu Gast bei Moderator Rudi Cerne sind die Eltern Kate und Gerry McCann sowie Detective Chief Inspector Andy Redwood von der Metropolitan Police London.

Die Polizei sucht auch in Deutschland und mit der niederländischen Sendung «Opsporing Verzocht» nach neuen Hinweisen, weil sich viele Touristen aus diesen Ländern in dem Urlaubsort an der Algarve aufhielten. Zwei per Phantombild gesuchte Männer sollen laut ZDF zudem Deutsch gesprochen haben. «Sechs Jahre lang haben wir nicht aufgegeben, weltweit nach unserer Tochter zu suchen», sagten die McCanns dem ZDF. «Jetzt gibt es neue Informationen, neue Hoffnung.»