Polizei löst Rechten-Demo auf - 500 Anzeigen nach Silvesternacht

Zwar Böller und Flaschenwürfe, aber die befürchtete große Randale bei der Demonstration von Rechtsradikalen in Köln blieb aus. Die Polizei blieb Herr der Lage. Unterdessen stieg die Zahl der Strafanzeigen nach den Übergriffen in der Silvesternacht drastisch an.

Roland Weihrauch Polizisten drängten zunächst mit Wasserwerfern die Teilnehmer der rechten Demo zurück. Schließlich wurde die Demonstration aufgelöst.

Mit einem Großaufgebot hat die Kölner Polizei am Samstag eine Kundgebung von Hooligans und Rechtsextremisten aufgelöst. Die Beamten seien aus der Menge der rund 1700 Demonstranten immer wieder mit Flaschen, Knallkörpern und Steinen beworfen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizei setzte schließlich Wasserwerfer und Reizgas ein und nahm 15 Personen vorübergehend in Gewahrsam. Bei den Auseinandersetzungen seien mehrere Polizisten und ein Journalist verletzt worden.

Ganz in der Nähe protestierten gleichzeitig mehr als 1300 Menschen überwiegend friedlich gegen Rassismus und Sexismus. Hintergrund beider Demonstrationen waren die massiven Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in der Domstadt.

Die nach dem Silvester-Mob schwer in die Kritik geratene Kölner Polizei hatte rund 1700 Beamte ein Einsatz. Zudem waren nach Angaben einer Sprecherin mehrere Hundertschaften der Bundespolizei vor Ort.

Die Zahl der Anziegen steigt und steigt   

Die Zahl der Strafanzeigen nach den Vorfällen an Silvester am Kölner Bahnhofsvorplatz ist weiter gestiegen. Inzwischen seien es 516, teilte die Polizei der Domstadt am Sonntag mit. In etwa 40 Prozent der Fälle werde unter anderem wegen Sexualstraftaten ermittelt. Zuletzt war die Zahl am Samstag mit 379 angegeben worden. Am Samstag teilten die Polizei mit, dass in etwa 40 Prozent der Fälle unter anderem wegen Sexualstraftaten ermittelt werde. Der Blick der Polizei richtet sich den Angaben zufolge größtenteils auf Personen aus nordafrikanischen Ländern. Es müsse aber noch ermittelt werden, ob sie mit konkreten Straftaten in Verbindung gebracht werden können.