Polizei vereitelt Terroranschlag in Hessen

Die hessische Polizei hat nach Angaben des Innenministeriums vermutlich einen Terroranschlag vereitelt. Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Oberursel bei Frankfurt am Main wurden eine funktionstüchtige Rohrbombe gefunden und ein Ehepaar festgenommen.

Polizei vereitelt Terroranschlag in Hessen
Boris Roessler Polizei vereitelt Terroranschlag in Hessen

Die Bombe sei geeignet gewesen, einen Anschlag zu verüben, sagte der stellvertretende Leiter der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Stefan Rojczyk.

«Vermutlich ist durch die Festnahme nach polizeilichem Ermittlungsstand ein terroristischer Anschlag vereitelt worden», sagte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) in Wiesbaden. Dies habe die Durchsuchung der Wohnung des Paars bestätigt. Dem Zugriff seien wochenlange Ermittlungen vorausgegangen. Es gebe den Verdacht eines salafistischen Hintergrunds.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft von einer rein präventiven Polizeiaktion gesprochen. «Wir haben von einem konkreten Anschlag nichts gewusst», sagte Rojczyk.

Die Festgenommenen - ein 35 Jahre alter Mann und eine 34 Jahre alte Frau - schwiegen in ersten Vernehmungen. Der Mann sei deutscher Staatsbürger mit türkischen Wurzeln, die Frau Türkin, sagte Rojczyk.

Die Behörden waren auf das Paar aufmerksam geworden, nachdem die Frau unter falschem Namen drei Liter Wasserstoffperoxid in einem Baumarkt gekauft hatte. Dieser Stoff sei zum Bombenbau geeignet, sagte Rojczyk. Der Kauf von Wasserstoffperoxid in einer bestimmten Menge ist meldepflichtig. Der Baumarkt habe die Polizei informiert.

In der Wohnung wurden auch ein Gewehr und scharfe Munition sichergestellt. Der 35-Jährige habe vor Jahren Verbindung zur islamistischen Sauerland-Gruppe gehabt. Vier Mitglieder dieser Gruppe waren 2012 wegen der Planung von Terroranschlägen verurteilt worden.

Am Freitag seien zahlreiche Veranstaltungen mit viel Publikum in der Region geplant, deshalb hätten die Behörden schnell gehandelt, sagte Rojczyk.

Besonders viele Zuschauer werden zum internationalen Radsport-Klassiker «Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt» quer durch den Taunus mit Ziel Frankfurt erwartet. Bislang waren 700 Polizisten zur Sicherung der Strecke vorgesehen, das Sicherheitsaufgebot könnte nun verstärkt werden.