Polizeibrutalität in Hongkong: Ermittlungen nach Video

Nach dem gewaltsamen Einsatz der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in Hongkong schlagen Vorwürfe wegen Polizeibrutalität große Wellen.

Auslöser ist ein Video, das der Fernsehsender TVB verbreitete und das zeigt, wie Polizeibeamte im Einsatz einen gefesselten Mann in eine dunkle Ecke tragen, auf den Boden legen und immer wieder mit Fußtritten traktieren.

Das Opfer wurde später als Ken Tsang, Mitglied der oppositionellen, prodemokratischen Bürgerpartei, identifiziert. Abgeordnete der Partei veröffentlichten Fotos von seinen Prellungen und Abschürfungen am Körper und im Gesicht. Er wurde im Krankenhaus behandelt. Sicherheitschef Lai Tung-kwok berichtete, die beteiligten Beamten seinen «vorübergehend vom Dienst suspendiert» worden.

Nach einer Beschwerde wegen Polizeibrutalität wurde eine formelle Untersuchung eingeleitet. Die Polizei zeigte sich «besorgt» über das Video mit den Beamten, «die verdächtigt werden, heute Morgen übermäßige Gewalt eingesetzt zu haben», wie es hieß.

Bei dem nächtlichen Polizeieinsatz hatten die Sicherheitskräfte den wenige Stunden zuvor überraschend von Demonstranten besetzten Tunnel einer wichtigen Verkehrsader geräumt. 45 Aktivisten wurden festgenommen. Mit den gewaltsamen Zwischenfällen war die Lage bei den seit zwei Wochen andauernden Demonstrationen für mehr Demokratie in der chinesischen Sonderverwaltungsregion wieder eskaliert.