Polizisten beenden Geiselnahme in Dhaka - Etliche Tote

Sicherheitskräfte haben eine stundenlange Geiselnahme in der Hauptstadt von Bangladesch beendet und dabei mindestens sechs Geiselnehmer getötet. Auch Geiseln sollen ums Leben gekommen sein.

Polizisten beenden Geiselnahme in Dhaka - Etliche Tote
Stringer Polizisten beenden Geiselnahme in Dhaka - Etliche Tote

Bangladeschs Premierministerin Sheikh Hasina sagte am Samstagmittag (Ortszeit), dass die Einsatzkräfte «einige Leben nicht retten konnten». 13 Geiseln wurden verletzt gerettet und kamen ins Krankenhaus. Zu der Gewalttat in einem Restaurant bekannte sich nach Angaben der US-Terrorbeobachtungsstelle Site die Terrororganisation Islamischer Staat (IS).

Hasina sprach von einem Terrorakt, nannte jedoch keine Namen von Organisationen: «Wir werden keinen Akt des Terrorismus in Bangladesch tolerieren.» Die US-Terrorbeobachtungsstelle Site berief sich auf Berichte der IS-nahen Nachrichtenagentur «Amaq». Zudem veröffentlichte Site über Twitter ein Poster der dem IS nahe stehenden «Sons Caliphate Army», das sich auf den Anschlag bezieht.

Ein Geiselnehmer wurde nach Regierungsangaben festgenommen. Zuvor waren zwei Polizisten bei Schusswechseln mit den Geiselnehmern gestorben.

In der Nacht hatten mindestens acht Bewaffnete das bei Ausländern beliebte Restaurant «Holey Artisan Bakery» in Dhakas Diplomatenviertel angegriffen und sich dort mit mindestens 20 Geiseln verschanzt.

Unter den Geiseln waren auch sieben Italiener, berichtete die italienische Agentur Ansa. Nach Angaben aus Tokio waren möglicherweise auch Japaner betroffen. Angaben zu möglichen deutschen Betroffenen lagen zunächst nicht vor.

Schon zu Beginn der stundenlangen Belagerung starben nach Behördenangaben zwei Polizisten und mindestens 25 Menschen wurden verletzt.

Seit Anfang 2013 leidet das muslimische Bangladesch mit seinen rund 160 Millionen Einwohnern unter einer Serie islamistisch motivierter Angriffe. Opfer sind in der Regel Religionskritiker, Intellektuelle und Angehörige religiöser Minderheiten. Auch gegen ausländische Staatsbürger wurden schon Anschläge verübt.

Zu vielen der Attentate bekannten sich islamistische Organisationen wie Al-Kaida und der Islamische Staat (IS) oder lokale Organisationen, die mit ihnen verbunden sind. Die Regierung bestreitet jedoch, dass der IS in Bangladesch aktiv sei und macht örtliche Extremistengruppen und die Opposition für die Anschläge verantwortlich.