Porto-Schreck Neuer: Erinnerungen an eine Sternstunde

Manuel Neuer kehrt mit schönen Gefühlen ins Estádio do Dragão zurück. «Ich habe schon gute Erfahrungen mit Porto gemacht», erzählte der Weltmeister des FC Bayern schmunzelnd vor dem Champions-League-Spiel beim FC Porto.

Porto-Schreck Neuer: Erinnerungen an eine Sternstunde
Sven Hoppe Porto-Schreck Neuer: Erinnerungen an eine Sternstunde

Bei seiner Premiere im Drachenstadion erlebte der heute weltbeste Torwart am 5. März 2008 noch im Trikot des FC Schalke als Fußball-Jüngling eine Sternstunde. Mit spektakulären Paraden am Fließband, die in zwei gehaltenen Schüssen im Elfmeterschießen gipfelten, führte der damals 21 Jahre junge Neuer seine Königsblauen vor sieben Jahren gegen den FC Porto ins Viertelfinale der Champions League. Am Mittwoch kommt es nun für Neuer zu einem Wiedersehen mit den Portugiesen, diesmal im Kampf um den Einzug ins Halbfinale der europäischen Königsklasse.

Auf einem etwas mehr als zwei Minuten langen Youtube-Video sind die Heldentaten des damaligen Torwart-Bubis noch immer im Internet zu bewundern. Eine spektakuläre Rettungstat reiht sich in dem kurzen Zusammenschnitt an die nächste. Bis zur finalen Parade, als Neuers rechte Faust beim Elfmeter von Lisandro Lopez blitzartig hochschnellt und den Ball neben das Tor lenkt. Immer wieder schlugen Portos Spieler damals die Hände fassungslos vors Gesicht, auch Ricardo Quaresma, der am Mittwoch Neuer wieder gegenübertreten wird.

Der gerade 29 Jahre alt gewordene Nationaltorhüter zählt seine Weltklasseleistung von 2008 zu den besten Partien seines Lebens. Und er freut sich auf das neue Duell mit dem FC Porto. «Die Stimmung ist sehr heiß», sagte Neuer über die Atmosphäre im Estádio do Dragão.

Neuer wird - diesmal im Bayern-Trikot - wieder als Erfolgsgarant gebraucht. «Auf dem Niveau, wo wir uns jetzt bewegen, müssen alle Teilchen ineinandergreifen. Und da gehört Manu dazu», sagte Matthias Sammer. Der Sportvorstand des FC Bayern erinnert sich auch noch gut an Neuers Glanztaten vor sieben Jahren, die eine Initialzündung in dessen bislang so glanzvoller Karriere bedeutete. «Klar, alles hat einen Anfang», bemerkte Sammer, «und das Ende ist hoffentlich noch weit weg. Ich habe es damals verfolgt.»

Für alle beim FC Bayern sei es ein gutes Gefühl zu wissen, «dass wir einen in der Kiste haben, der nicht nur im Spiel, sondern auch vom Elfmeterpunkt außergewöhnlich ist», sagte Sammer. Letzteres konnte Neuer erst gerade wieder beim Pokalsieg im Elfmeterschießen gegen Bayer Leverkusen beweisen. Am vergangenen Wochenende, beim 3:0 der Bayern in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt, durfte Neuer sich ausruhen und erholen für Porto. Ein Schleimbeutel am Knie plagt Bayerns Nummer 1 immer noch. Das soll Neuer aber nicht davon abhalten, Portos Angreifer - falls nötig - wieder zur Verzweiflung zu bringen. «Wir brauchen ihn in Topform», erklärte Sammer.