Preis für Christian Petzold in San Sebastián

Der deutsche Filmemacher Christian Petzold hat beim Filmfestival San Sebastián in Spanien den Preis der internationalen Filmkritik gewonnen.

Der 54-Jährige erhielt die Auszeichnung für sein Drama «Phoenix», das von einer Überlebenden eines Konzentrationslagers erzählt. Der große Gewinner des Filmfestivals ist hingegen der Spanier Carlos Vermut. Für sein finsteres Drama «Magical Girl» gewann der 34 Jahre alte Madrilene am Samstag den Hauptpreis, die Goldene Muschel. Außerdem gab es bei der Abschlussgala in der nordspanischen Küstenstadt die Silberne Muschel für die beste Regie.

«Magical Girl» ist der zweite Spielfilm von Vermut, der mit bürgerlichem Namen Carlos López del Rey heißt. Er handelt von einem arbeitslosen Lehrer, der alles unternimmt, um die Wünsche seiner unheilbar kranken Tochter zu erfüllen. «Das Kino ist eine Reise, die man nicht im Alleingang unternimmt», sagte der Regisseur. «Mich interessieren mehr die Personen als die Handlungsstränge.» Zuletzt war dem Franzosen Claude Chabrol 1997 mit «Das Leben ist ein Spiel» das Kunststück gelungen, den Haupt- und den Regiepreis zu gewinnen.

Auch Petzolds «Phoenix» war bei dem Festival im Wettbewerb zu sehen. Der Film, mit Nina Hoss in der Hauptrolle, ist vergangenen Donnerstag in die deutschen Kinos gekommen.

Der Spanier Javiér Gutiérrez erhielt die Auszeichnung als bester männlicher Hauptdarsteller für seine Rolle in dem Thriller «La isla mínima» (Die Mini-Insel) von Alberto Rodríguez. Die Dänin Paprika Steen wurde für ihre Rolle in dem Euthanasie-Drama «Silent Heart» als beste weibliche Darstellerin ausgezeichnet. Der französische Film «Vie sauvage» (Wildes Leben) von Cédric Kahn gewann den Sonderpreis der Jury.

Das Festival von San Sebastián ist das wichtigste in Spanien. Es gehört auch zu den großen internationalen Filmfesten in Europa, gilt jedoch nur als «kleiner Bruder» der Festivals von Cannes, Venedig und Berlin.