Presse sieht schwierige Verhandlungen Tsipras' in Brüssel

Die gesamte griechische Presse rechnet am Donnerstag mit einer schwierigen Nacht für Regierungschef Alexis Tsipras in Brüssel. Dieser soll sich am Abend am Rande des EU-Gipfels mit führenden Politikern der EU treffen.

Presse sieht schwierige Verhandlungen Tsipras' in Brüssel
Michael Kappeler Presse sieht schwierige Verhandlungen Tsipras' in Brüssel

«Kritisches Treffen in einem bedrückenden Klima - auseinanderweichende Ansichten Tsipras und der (anderen) Führer Europas», titelt die konservative Athener Zeitung «Kathimerini». Das Klima sei sehr geladen und werde zusätzlich vom Problem der Liquiditätsengpässe Griechenlands belastet. Begleitet werden solle Tsipras vom Vizeregierungschef Giannis Dragasakis und nicht vom Finanzminister Gianis Varoufakis, bemerkt das Blatt. Die Partner werfen einstimmig Athen vor, es hält nicht die Vereinbarungen ein.

«Kathimerini» warnt in einem Leitkommentar: «Wir haben nur noch kurze Zeit. Der Tag der Entscheidungen ist gekommen. Die Partner müssen den entscheidenden Schritt machen, damit den Schwächeren (in Griechenland) unter die Arme gegriffen werden kann. Die Fortsetzung der Sozialkrise wäre unverzeihlich.» Doch Tsipras müsste auf einen Teil seiner Wahlversprechen verzichten - unabhängig von Reaktionen in seiner eigenen Partei. Die Wirtschaft (Griechenlands) löse sich auf, das Dilemma «Euro oder Drachme» (die alte Währung vor der Einführung des Euro) sei wieder auf dem Tisch. «Wir haben wenig Zeit, den Unfall abzuwenden», meint das Blatt.

Das Boulevardblatt «Ethnos» titelt: «Dramatisches Treffen - Einigung oder Bruch.»

Vor dem Treffen in Brüssel herrsche «Sicht gleich null», meint das Blatt der politischen Mitte «Ta Nea». Bislang zeige sich keine Lösung ab. Es habe zahlreiche Vorwürfe und Drohungen im Vorfeld des Treffens gegeben. 

«Einer (Tsipras) gegen alle», titelt das linke Blatt «Efimerida ton Syntakton». «Sturm aggressiver Aussagen der europäischen Entscheidungsträger gegen Athen - Griechenland erstickt ohne Liquidität», meint das Blatt.

«Egal was passiert, das Volk wird der Verlierer sein», titelt die kommunistische Zeitung «Rizospastis.»