Prinz Ali konkretisiert Pläne für FIFA-Präsidentschaft

Nach Ablauf der Bewerbungsfrist haben die prominentesten Herausforderer von Joseph Blatter ihre Kampagne im Rennen um die FIFA-Präsidentschaft präzisiert.

Prinz Ali konkretisiert Pläne für FIFA-Präsidentschaft
Jamal Nasrallah Prinz Ali konkretisiert Pläne für FIFA-Präsidentschaft

Auf neun Seiten stellte der jordanische Weltverbands-Vize Prinz Ali Bin al-Hussein sein Programm für einen «frischen Start» vor, der frühere Weltfußballer Luis Figo benannte seine Unterstützer.

Er sei von Dänemark, Luxemburg, Mazedonien, Montenegro und Polen sowie dem portugiesischen Landesverband nominiert worden, teilte der Ex-Nationalspieler mit. «Es war ein großartiger Start - danke an alle, die es betrifft», sagte der ehemalige Profi von FC Barcelona und Real Madrid.

Nach Figo und dem Niederländer Michael van Praag bestätigte auch al-Hussein offiziell seine Kandidatur. «Ich bin sehr geehrt, dass ich die Nominierungen der Nationalverbände erhalten habe, die mir erlauben, ins Rennen um die FIFA-Präsidentschaft einzusteigen», teilte der Sohn des 1999 gestorbenen Königs Hussein mit.

Al-Hussein erklärte, er wolle einen «frischen Start für die FIFA, der eine aufrichtige Reform einschließt und auch den Mitgliedsverbänden mehr Macht und Ressourcen zur Verfügung stellt». Der 39-Jährige ist seit 1999 Präsident des jordanischen Verbands und wurde als Vertreter Asiens vor vier Jahren zum FIFA-Vize gewählt. Bevor sich Figo und van Praag zur Wahl stellten, war erwartet worden, dass al-Hussein viele Stimmen aus dem Blatter-kritischen Teil Europas erhalten könnte. Dieser will sich in der folgenden Woche bei einer Pressekonferenz in London vorstellen.

Bei der Nominierung wurde al-Hussein unter anderem durch die englische FA für die Wahl am 29. Mai in Zürich formell nominiert. «Aber wir haben auch die ermutigende Reform-Botschaft bemerkt, die Michael van Praag anbietet», sagte FA-Präsident Greg Dyke. Der niederländische Verbandspräsident war von Belgien, Rumänien, Schottland, Schweden, Färöer und seiner eigenen Organisation nominiert worden.

England werde vor einer Wahlentscheidung nun die offizielle Kandidatenliste abwarten, sagte Dyke weiter. «Wir sagen seit langer Zeit, dass ein neuer Ansatz innerhalb der FIFA notwendig ist.» Es wird erwartet, dass nach Überprüfung der Bewerber die endgültige Aufstellung am 8. oder 9. Februar vorliegt.

Jeder Bewerber um das Amt benötigt die formelle Unterstützung von fünf Nationalverbänden für die Zulassung zur Wahl am 29. Mai. Dies haben nach eigenen Angaben bislang auch Figo und van Praag. Die Franzosen David Ginola und Jérôme Champagne ließen dies hingegen bislang offen. Er werde sich in den kommenden Tagen dazu äußern, sagte der frühere Funktionär des Fußball-Weltverbands der Deutschen Presse- Agentur. «Ich folge dem offiziellen Kalender des Wahlkomitees», erklärte Champagne.

Der frühere Profi Ginola hatte die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben. «Ich erwarte Bestätigungen, die benötigten fünf Nominierungen zu komplettieren», teilte der Franzose wenige Minuten vor Ende der Frist in der Nacht zum 30. Januar auf Anfrage schriftlich mit. «Das ist offensichtlich sehr schwierig.» Er sei aber zuversichtlich. Auch weil seine Bewerbung von einem Wettanbieter unterstützt wird, wird diese als chancenlos angesehen.

Unterdessen äußerte sich Blatter erstmals öffentlich, nachdem er die Einreichung seiner Bewerbung offiziell bestätigt hatte. «Es wird mehr als verdient sein, wenn Australien dereinst die Fußball-WM durchführen darf», schrieb der Schweizer in seiner Kolumne im Verbandsmagazin FIFA Weekly.

Blatter betonte, dass Australien der einzige Kontinent sei, der bis auf zwei U20-Turniere noch nie eine Weltmeisterschaft ausgerichtet habe. «Das ist eigentlich ein Missverständnis der Sportgeschichte. Denn nur ganz wenige Länder verfügen über eine derart ausgeprägte Sportkultur und eine so große Anzahl von Champions», erklärte der Chef des Weltverbands.